UBS-Analystin Tanya Hansalik begründet die Herabstufung von «Buy» auf «Neutral» mit gesunkenen Erwartungen an das Abnehmmedikament CagriSema von Novo Nordisk, für das Ypsomed Autoinjektoren liefert. Zeitgleich stufte Morgan Stanley die Papiere des dänischen Pharmakonzerns auf «Verkaufen» ab. Dieser zweifache Dämpfer belastete am Freitag die gesamte Wertschöpfungskette. Die Aktien von Novo Nordisk fielen daraufhin um über 4,3 Prozent und liegen auf Zwölfmonatssicht mehr als 20 Prozent im Minus.
Stehen Anlegerinnen und Anleger bei Ypsomed nun vor einer grösseren Konsolidierung? Aus charttechnischer Sicht verschlechtert sich das Bild nach der aktuellen Korrektur spürbar. Nach unten bilden 351 Franken und 340 Franken die ersten zentralen Unterstützungslinien. Hält diese Zone nicht, droht ein Absacken in Richtung 300 Franken - das entspricht dem Stand vor den jüngsten Quartalszahlen im Mai. Auf der Oberseite fungiert das Niveau bei 393 Franken als erster nennenswerter Widerstand. Erst eine Rückkehr über das neue UBS-Kursziel von 400 Franken würde die Lage nachhaltig aufhellen und den Weg für 420 Franken freimachen.
Fundamental übertraf Ypsomed zwar zuletzt die Analystenerwartungen, die weitere Entwicklung hängt aber weiterhin stark von Novo Nordisk ab. Dort dämpfen erneute Rückschläge in Studien gegenüber dem Konkurrenten Eli Lilly die Marktchancen bei Adipositas-Medikamenten. Das Mittel Tirzepatid von Eli Lilly schnitt in Untersuchungen erneut besser ab als das Präparat von Novo Nordisk.
In den kommenden Monaten müssen deshalb Anlegerinnen und Anleger den Fokus vor allem auf die weiteren Studiendaten zum Novo-Nordisk-Hoffnungsträger CagriSema und die tatsächliche Abrufmenge an Autoinjektoren richten. Sinken die Erwartungen im Vorfeld weiter, steigt allerdings die Chance für Novo Nordisk und Ypsomed, bei der nächsten Zahlenpublikation (Novo Nordisk am 4. November, Ypsomed am 11. November) positiv zu überraschen. Ausserdem lädt Novo Nordisk am 21. September zum Kapitalmarkttag ein.

