Die Aktien von Swissquote legen am Montag um 0,3 Prozent auf 39,94 Franken zu, während der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) um 0,2 Prozent nachgibt. Im Sog der Bitcoin-Rally konnte sich der Titel vergangene Woche vom Jahrestief bei 36,80 Franken lösen, notiert aber immer noch 28 Prozent unter dem vor Jahresfrist erreichten Höchststand von 53,90 Franken. Das Minus seit Jahresbeginn beträgt 18,2 Prozent. 

Swissquote gilt aufgrund des Handels mit der Kryptowährung als Bitcoin-Proxy, weil der Schweizer Finanzdienstleister einen nicht geringen Umsatzanteil in Kryptowährungen erzielt. Kaum verwunderlich wurde im ersten Halbjahr 2026 nach dem Einbruch im Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen das Wachstum der Onlinebank gebremst. Entsprechend stellte sich Swissquote für das Gesamtjahr auf eine anhaltende Schwäche ein und senkte Anfang August seine Jahresziele.

Für die US-Investmentbank Goldman Sachs bleibt der Wert aber weiterhin ein Kauf, obwohl deren Analyst das Kursziel für Swissquote vor Wochenfrist auf 48 von 50 Franken gesenkt hatte. Nach der Senkung der Jahresguidance hält der Analyst die neuen Vorgaben allerdings für gut erreichbar. Zudem verwies der Experte von Goldman Sachs auf die starke Neugeldentwicklung und das Wachstum bei weniger vom Handelsvolumen abhängigen Ertragsquellen. Die langfristigen Wachstumsaussichten hält er daher für intakt, und er erachte die Aktie nach dem deutlichen Kursrückgang infolge der Zahlenpräsentation als attraktiv bewertet. 

Weiteres Aufwärtspotenzial sieht auch die französische Researchboutique Kepler Cheuvreux, welche jüngst das Rating auf «Buy» von «Hold» erhöhte und ein neues Kursziel von 48 (nach 51) Franken angab. Dass der Finanzdienstleister die Gewinnerwartungen verfehlte und die Prognose gesenkt hatte, sei fast ausschliesslich auf den Kryptobereich zurückzuführen gewesen.

Dagegen verzeichnete das Kerngeschäft einen nahezu rekordverdächtigen Netto-Neugeldzufluss, eine robuste Rentabilität und erste Anzeichen einer operativen Hebelwirkung, schrieb der Experte von Kepler Cheuvreux in einer Kundennotiz. Nach dem Kursrückgang sei er der Ansicht, dass der Markt eine umfassendere Verschlechterung des Wachstumsprofils von Swissquote einpreise, die durch die Zahlen des ersten Halbjahres nicht gestützt werde. Angesichts der strukturellen Neugewichtung im Kryptobereich, des intakten Wachstums bei den Nettoneugeldern und der sich abzeichnenden operativen Hebelwirkung sehe er ein attraktives Risiko-Ertrags-Verhältnis.

Drei Analysten stufen gemäss AWP-Analyser den Titel mit «Kaufen» und sieben mit «Halten» ein. Eine Empfehlung «Verkaufen» liegt nicht vor. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 44,60 Franken. 

(cash/AWP)