AnlagefondsBester China-Aktienfonds kaufte nur drei Titel in diesem Jahr

Wenn Fondsmanager Dawid Krige von Cederberg Capital, der einen wenig bekannten China-Fonds leitet, eine Wette platziert, dann eine grosse.
25.08.2017 19:20
Der Tencent-Hauptsitz in Shenzhen: Einer der chinesischen Internet-Giganten, in die der Cederberg-Fonds seit Kurzem investiert ist.
Der Tencent-Hauptsitz in Shenzhen: Einer der chinesischen Internet-Giganten, in die der Cederberg-Fonds seit Kurzem investiert ist.
Bild: Bloomberg

Diese Strategie hat gut funktioniert für Kriges wenig bekannten Fonds. Dessen Ertrag von 46 Prozent im bisherigen Jahresverlauf macht ihn zum besten aktiven Investmentfonds, der in Aktien aus China investiert. Dabei hatte Krige 2017 lediglich drei Aktien gekauft. Und insgesamt besteht der Fonds zu 70 Prozent aus nur zehn Titeln.

In einem Markt, in dem die Ausschläge notorisch gross sind und in dem Gewinne von einer Handvoll Firmen bestimmt werden können, hilft es, alles auf die ausgewählten Aktien zu setzen und dann einfach stillzuhalten. 

Zwei der neuen Investments von Cederberg in diesem Jahr sind Tencent und Alibaba. Beide sind dem Fonds mit Kursanstiegen von über 70 Prozent gut bekommen. Ausserdem kaufte er Aktien von Beijing Tong Ren Tang Chinese Medicine.

"Gute Ideen sind knapp", sagt Krige. "Es ist einfacher, eine wunderbare Firma zu identifizieren und diese für sehr lange Zeit zu besitzen, besonders an einem Ort wie China, wo es mehrjährige Gewinner geben wird."

Der Cederberg Greater China Equity Fund im Volumen von 182 Millionen Dollar verfügt auch längerfristig über eine solide Erfolgsbilanz - angesichts eines Ertrag von 159 Prozent über fünf Jahre. Unter diesem Blickwinkel ist der Fonds die Nummer drei unter vergleichbaren Fonds.

«All das Geschwätz und die Gier und die Angst»

Cederberg ist nach einem Naturschutzgebiet in Kriges Heimatland Südafrika benannt. Dort hatte er seinerzeit, frisch verheiratet, seine Frau gebeten, ihn sein Erspartes in die Gründung des Fonds stecken zu lassen. Noch heute liegt der Grossteil seines Nettovermögens in dem Fonds.

Cederberg ist zwar erst seit kurzem in Tencent und Alibaba investiert. Mit Blick auf die beiden Internet-Konglomerate sei es jedoch besser, fünf Jahre zu spät zu sein als zehn Jahre, sagt Krige. Und weiter: "Sie sind sehr dominant. Daher ist es schwer vorstellbar, dass sie aus der Bahn geworfen werden. Die Monetarisierungsmöglichkeit ist immens. Und dabei reden wir nur von dem, was wir heute wisssen."

Aktive Fonds hatten in den vergangenen Jahren Abflüsse verzeichnet. Dahinter standen Zweifel von Investoren, dass es ihnen gelingen wird, unter Berücksichtigung der höheren Kosten besser als Index-Fonds abzuschneiden. Unter China-Aktienfonds mit einem Anlagevolumen von mehr 100 Millionen Dollar liegen in der Tat zwei passive in diesem Jahr vor dem von Krige.

Cederberg ist stolz auf Analysen aus dem eigenen Haus. Diese basieren Krige zufolge unter anderem auf Gesprächen mit Kunden und Ex-Mitarbeitern, die etwas zu Unternehmenskultur und Moral sagen könnten. Cederberg hat ein Büro in Shanghai, aber Krige selbst sitzt in London. Die Entfernung von China helfe ihm, einen langfristigen Blick zu haben.

"Es ist viel einfacher für mich, meine Gefühle zu kontrollieren, wenn ich nicht die ganze Zeit in Hongkong oder Shanghai bin - und dort all das Geschwätz und die Gier und die Angst mitbekomme", sagt Krige. "In London zu sein, das ist ein grosser Vorteil für unseren Stil, der langfristig orientiert ist."

(Bloomberg)