Ein Fass Rohöl der Sorte Brent Crude kostete zuletzt wieder 86 Dollar und mehr. Das liegt nur unwesentlich unter dem bisherigen Jahreshoch von Mitte Januar. Damals wurden in der Spitze sogar etwas mehr als 89 Dollar bezahlt.
Wie einem Kommentar aus den Räumen der technischen Analyse der Bank Julius Bär entnommen werden kann, könnte der Ölpreis vor einem Ausbruch nach oben stehen. Mit dem jüngsten Vorstoss über den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei 82,50 Dollar sei das Rohöl aus einem Abwärtstrend nach oben ausgebrochen. Gleichzeitig hätten die Momentum-Indikatoren die Talsohle durchschritten und nach oben gedreht, so der Autor. Seines Erachtens hat die Ausgangslage dadurch eine deutliche Verbesserung erfahren.
Der Charttechnikexperte schliesst einen Vorstoss auf neue Jahreshöchststände zwar nicht aus, macht einen solchen allerdings davon abhängig, ob der Ölpreis über die zwischen 87 und 89 Dollar verlaufende Widerstandszone ausbrechen kann. Falls ja, rechnet er gar mit Preisen von bis zu 100 Dollar je Fass.
Mit Blick gegen unten gilt es hingegen die Unterstützungslinie bei 80 Dollar im Auge zu behalten. Würde der Ölpreis an der Hürde zwischen 87 und 89 Dollar scheitern und in der Folge unter 80 Dollar fallen, würde sich die Ausgangslage wieder eintrüben.
Erste wichtige Bewährungsprobe bestanden
Noch stufen verschiedene Marktbeobachter und Analysten das Rohöl nur mit "Neutral" ein. Allerdings schliessen verschiedene eine spätere Heraufstufung auf "Bullish" nicht aus. Damit deckt sich die momentane Einschätzung mit jener des Rohstoffstrategen der Bank Julius Bär. Auch dieser stuft den Ölpreis mit "Neutral" ein.
Positiv stimmt, dass das Rohöl eine erste wichtige Bewährungsprobe in den letzten Tagen bereits bestanden hat. Als China am frühen Dienstagmorgen mit enttäuschenden Handelsbilanzstatistiken für den Monat Juli aufwartete, geriet der Ölpreis nur kurzzeitig unter Druck. Von 85,50 Dollar ging es schnurstracks auf etwas mehr als 83 Dollar je Fass. Im weiteren Verlauf setzte dann aber eine kräftige Erholung ein und das Rohöl ging sogar mit Gewinnen aus dem Handel.
Diese Widerstandsfähigkeit überrascht die Experten, gehört China doch zu den wichtigsten Ölabnehmern weltweit. Eine wirtschaftliche Rezession wie sie die Handelsbilanzstatistiken erahnen lässt, hätte auch Folgen für die Nachfrage nach Rohöl. Mitunter ein Grund für die besagte Widerstandsfähigkeit ist, dass an den Finanzmärkten nun auf weitere Wirtschaftshilfen Pekings spekuliert wird. Solche könnten den Rohstoffpreisen allgemein zusätzlichen Auftrieb verleihen.


1 Kommentar
Wer ist heute denn so blöd in Öl zu investieren. Genau so gut könnte man sein Geld aus dem Fenster schmeissen.