Im Gegenzug zieht die Rendite ‌der ⁠zehnjährigen Bundesanleihe als Gradmesser für die Eurozone auf ⁠3,5382 Prozent und damit auf ein 17-Jahres-Hoch. Steigende Energiepreise und wachsende ‌Sorgen über die Inflation und höhere ‌Zinsen setzen seit Wochen ​die globalen Anleihenmärkte unter Druck.

Mehrere EZB-Ratsmitglieder äusserten am Montag Bedenken hinsichtlich steigender Energiepreise und verwiesen dabei auf die Öl- und Gaspreise. Der lettische Notenbankchef Martins Kazaks sagte der ‌Nachrichtenagentur Reuters, es könne Spielraum für weitere Zinserhöhungen geben, da die Energiepreise und die Inflation hoch blieben. «Die Argumente für ​eine weitere Straffung mehren sich.» Die Notenbank ​könne es sich jedoch leisten, ​ohne Eile vorzugehen.

Nachdem die Europäische Zentralbank in der vergangenen Woche die ‌Zinsen angehoben hatte, stehen in dieser Woche die Zinsentscheide der Notenbanken der USA, Japans und Grossbritanniens im Fokus. ​Von ​der Fed und der ⁠japanischen Notenbank werden Zinserhöhungen erwartet. «Die Stimmung ​für eine Zinserhöhung breitet ⁠sich bis in die USA aus», sagte ‌Rainer Guntermann, Zinsstratege bei der Commerzbank. Fed-Chef Kevin Warsh würde an Glaubwürdigkeit einbüssen, wenn er seinen ‌jüngsten Worten keine Taten folgen liesse. Die ​Geldmärkte preisten zuletzt mindestens eine weitere Zinserhöhung der EZB in diesem Jahr ein.

(Reuters)