«Ark Transparency ETF» - Ende Gelände nach einem halben Jahr: Cathie Wood schliesst einen ihrer Fonds

Die vor zwei Jahren noch gefeierte Anlagegesellschaft Ark Investment Management schliesst erstmalig einen ihrer Fonds. Der «Ark Transparency ETF» ist erst Ende vergangenen Jahres aufgelegt worden.
20.07.2022 10:45
ARK-Gründerin Cathie Wood als Teilnehmerin eines Podiums zu Kryptowährungen, Miami, April 2022.
ARK-Gründerin Cathie Wood als Teilnehmerin eines Podiums zu Kryptowährungen, Miami, April 2022.
Bild: Bloomberg

Der ETF investierte in Unternehmen, denen besonders hohe Transparenz attestiert wird. Darunter befanden sich das Fernemedizin-Unternehmen Teladoc und der Streamingdienst Spotify.

Der Grund für die Schliessung des Fonds: Der dem börsengehandelten Fonds zugrundeliegende Index Transparency Global werde ab Ende Juli nicht mehr gestellt, teilte Ark Investment Management mit. "Ark hat alternative Indexanbieter evaluiert, aber keine geeignete Lösung gefunden und deswegen entschieden, den Fonds zu schliessen", hiess es. 

Allerdings erfüllten sich gewisse Hoffnung, die Ark letztes Jahr an den ETF heftete, nicht: Der Fonds zog seit seiner Einführung Ende 2021 nur 12 Millionen Dollar an. Im Vergleich dazu enthält der wichtigste Fonds von Woods Gesellschaft, der "Ark Disruptive Innovation ETF" mit dem Tickersymbol ARKK, insgesamt rund 9 Milliarden Dollar Kundenvermögen.

Analyst: «Ein seltsames Gebilde»

Die meisten Ark-Gefässe sind börsengehandelte Fonds, also Exchange Traded Funds (ETF), die aktiv gemanagt werden. Der Transparency-Fonds wurde anders als die zehn übrigen Investmentvehikel passiv gemanagt. "Es war von Anfang an ein seltsames Gebilde", sagte Nate Geraci von der Anlageberatungsfirma ETF Store. "Ark machte sich den Namen mit aktivem Management und Technologien, die umwälzen. Der Ark Transparency ETF passte nicht zu dieser Herangehensweise." 

Der Kurswert des Fonds hat seit Dezember 2021 um 30 Prozent nachgelassen. Der ARKK-ETF hat schon 2021 deutlich verloren und liegt dieses Jahr um rund 50 Prozent im Minus. Die ausgeprägt auf Wachstumsaktien ausgerichteten ETF leiden von Ark leiden massiv darunter, dass die US-Notenbank angesichts einer sehr hohen Inflation die Zinsen mit hohem Tempo erhöht. 

Der auf Umwelt- und Sozialstandards ausgerichtete Transparency-ETF, respektive der darunterliegende Index, setzte ebenfalls stark auf Wachstumstitel wie Tech-Werte und konzentrierte sich zudem vor allem auf US-Aktien. Ein weiteres Problem für Ark dürfte gewesen sein, dass es bereits einen grossen Markt für nachhaltige Finanzprodukte gibt, die mit dem Label ESG werben, das für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung steht. 

(cash/Bloomberg)