Auch Commerzbank führt Strafzinsen ein

In Deutschland werden Negativzinsen salonfähig. Nach der verhältnismässig kleinen Skatbank verlangt nun auch eine der grössten Banken Deutschlands einen Strafzins für Einlagen.
20.11.2014 08:38
Wer Geld bei der Commerzbank bunkert, muss bald zahlen.
Wer Geld bei der Commerzbank bunkert, muss bald zahlen.
Bild: Bloomberg

Die Commerzbank führt als erste deutsche Grossbank negative Zinsen auf die Guthaben grosser Unternehmenskunden ein. Das Geld auf dem Konto würde sich dann nicht mehr vermehren, sondern weniger werden.

So eine "Guthabengebühr" behalte sich das seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Geldinstitut "bei einzelnen grossen Firmenkunden mit hohen Guthaben sowie bei Grosskonzernen und institutionellen Anlegern" vor, erläuterte ein Sprecher und bestätigte damit einen Bericht des "Wall Street Journal Deutschland". "Für Privat-, Geschäfts- und mittelständische Firmenkunden sind grundsätzlich keine negativen Zinsen geplant."

Hintergrund ist die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank verlangt von Finanzinstituten, die Geld bei ihr parken, derzeit 0,2 Prozent Zinsen - anstatt selbst einen Zins zu zahlen. Die Deutsche Skatbank, Direktbank-Tochter einer kleineren Volksbank, hatte für Aufregung gesorgt, weil sie den Negativzins seit November an Kunden weitergibt - allerdings nur bei Gesamteinlagen von mehr als drei Millionen Euro.

Im Ausland haben dem Bericht zufolge auch andere grosse Finanzinstitute einen Strafzins angekündigt. Die Commerzbank will nach eigenen Angaben die genaue Höhe individuell mit betroffenen Kunden vereinbaren.

In der Schweiz ist man Negativzinsen zwar noch skeptisch gesonnen, aber diverse Banken halten sich dennoch die Option offen, es den deutschen Banken gleichzutun (cash berichtete).

(AWP/cash)