Sandoz präsentiert am Mittwoch, 28. Oktober, die Umsatzzahlen für das dritte Quartal 2026. Jüngst profitierte die Aktie aus dem Pharma-Bereich von defensiven Eigenschaften sowie positiven Analystenkommentaren und Medikamentenzulassungen. Nun muss der Generikahersteller beweisen, dass er auch mit einer zunächst überschaubaren Zahl neuer Biosimilar-Lancierungen seine ambitionierten Wachstums- und Margenziele erreichen kann.
Laut dem AWP-Konsens von acht Analystinnen und Analysten dürfte der Umsatz von Sandoz von 2,83 Milliarden US-Dollar in der Vorjahresperiode auf 3,00 Milliarden Dollar im dritten Quartal 2026 gestiegen sein. Dabei entfallen für diesen Zeitraum zwei Drittel – 1,98 Milliarden Dollar – auf den Umsatz durch Generika und ein Drittel – 1,02 Milliarden Dollar – auf den Umsatz durch Biosimilars.
Welche Themen stehen im Fokus?
Zu den zentralen Themen dürften die Fortschritte mit den neuartigen GLP-1-Mitteln in Kanada und Brasilien gehören. Investoren werden wissen wollen, welche ersten Erfahrungen das Management gemacht hat und wie die Erwartungen mit Blick nach vorne und für weitere Märkte sind.
Zudem bleibt das Thema US-Zölle auf Generika ein Thema, nachdem die US-Regierung diese im Sommer angekündigt hatte. Seinerzeit betonte Sandoz-Chef Richard Saynor, sie nicht als wesentliche Bedrohung zu sehen. «Die Zollpläne sind in meinen Augen weniger als konkrete Gefahr für unser Geschäftsmodell zu verstehen, sondern vielmehr als ‹Warnzeichen› der US-Regierung, die Versorgungssicherheit und die Produktion wichtiger Medikamente langfristig sicherzustellen», sagte er. Wie es mittlerweile um diese Diskussion steht, dürfte daher ebenfalls zu den zentralen Themen gehören.
Fokus auf stetigen Wachstumskurs
Im ersten Quartal hatte Sandoz in der Generika-Sparte vor allem unter einem anhaltenden Preisdruck im Penicillin-Geschäft gelitten. Vor allem der Wettbewerb durch günstige Wirkstoffimporte aus China ist dabei problematisch, da sie zu einem deutlichen Preisverfall in Europa führten. Nachdem Sandoz diese Delle aber bereits im zweiten Quartal hinter sich gelassen hatte, dürften Marktakteure schauen, wie die Entwicklung nun im dritten Quartal war.
Im Schnitt rechnen die Analysten damit, dass Sandoz seinen steten Wachstumskurs der vergangenen Quartale weiter fortgesetzt hat. Wie die ZKB in einem Kommentar hervorhebt, sei es wichtig, dass die Generikaspezialistin das bisherige Momentum aufrechterhalten könne. Denn in den kommenden Quartalen dürfte Sandoz nur wenige neue Biosimilars lancieren. Das «goldene Jahrzehnt» der Patentabläufe befindet sich noch in der ganz frühen Phase.
Für das laufende Geschäftsjahr peilt das Unternehmen beim Nettoumsatz ein währungsbereinigtes Wachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich an und die Kern-EBITDA-Marge soll um etwa 100 Basispunkte gesteigert werden – 2025 lag sie bei 21,7 Prozent.
Am Kapitalmarkttag Anfang September gab Sandoz ambitionierte Ziele aus: Bis 2030 strebt der Generikahersteller ein mittleres bis hohes einstelliges jährliches Umsatzwachstum zu konstanten Wechselkursen sowie eine Core-EBITDA-Marge von 25 bis 27 Prozent an.
Mit dem Programm «Bio100» will Sandoz das Biosimilar-Portfolio bis 2040 von derzeit 13 auf mehr als 100 Produkte ausbauen. Bis 2035 soll damit der Nettoumsatz gegenüber 2025 mehr als verdoppelt und die Core-EBITDA-Marge auf über 30 Prozent gesteigert werden. Zudem will Sandoz ab 2035 rund 80 Prozent des Werts von Biosimilars mit bevorstehendem Patentablauf abdecken, gegenüber heute rund 50 Prozent.
Mit einem Plus von rund 39 Prozent im bisherigen Jahresverlauf gehören die Papiere von Sandoz erneut zu den Favoriten unter den Blue Chips. An sich kennen die Titel seit Ende April 2025 nur eine Richtung: aufwärts. Der SMI hat im bisherigen Verlauf 2026 einen Anstieg um gut 9 Prozent verzeichnet.
(AWP/cash)

