«Aussie»-Milliardär treibt Meyer-Burger-Aktie hoch

Investoren glauben offenbar wieder an eine Trendwende in der Solarbranche. Nun hat sich ein australischer Hedgefonds im Stil von Warren Buffet bei Meyer Burger gross eingekauft - mit positiven Folgen für die Aktie.
18.01.2013 02:30
Pascal Meisser
Meyer Burger hat einen neuen Hauptaktionär.
Meyer Burger hat einen neuen Hauptaktionär.
Bild: cash

Die Aktie von Meyer Burger setzte im Verlauf des Donnerstags deutlich an Fahrt zu. Schliesslich summierte sich das Plus auf fast 12 Prozent, was den Titel wieder deutlich über die 9-Franken-Marke hievte. Damit setzt das Papier die seit Anfang Januar laufende Kursrally fort. Besonders eindrücklich war die Kursbewegung vor zwei Wochen: Alleine am 3. und 4. Januar schoss der Titel bei überdurchschnittlichen Volumen um 34 Prozent in die Höhe, nachdem dieser einen Monat zuvor auf den tiefsten Stand aller Zeiten gefallen war. 

Bislang wurde dieser rapide Anstieg auf einen Stimmungswechsel in der Branche zurückgeführt, seit Star-Investor Warren Buffet Anfang Januar den Kauf von amerikanischen Solarprojekten für zwei Milliarden Dollar bekanntgegeben hatte. Daraufhin schossen weltweit Solaraktien in die Höhe. Wie erst jetzt bekannt wurde, steckt zumindest im Fall von Meyer Burger noch ein anderer Grund hinter dem Kurssprung. 
 
Hedgefonds-Einstieg mit Signalwirkung
 
Der australische Hedgefonds Platinum Asset Management hat gemäss Angaben der Schweizer Börse um den Jahreswechsel und Anfang 2013 bei Meyer Burger in schnellem Tempo ein grosses Aktienpaket zusammengekauft. Wie das Thuner Unternehmen am Mittwoch mitteilte, ist Platinum mit einer Beteiligung von 5,33 Prozent nun grösster Aktionär, knapp gefolgt von Generation Investment des früheren amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore. 
 
Der Grosseinstieg der Australier dürfte vorerst für eine Beruhigung des Aktienkurses sorgen – aus zwei Gründen. Einerseits verfolgt Platinum die Strategie, auf unterbewertete Titel zu setzen, andererseits wird der Hedgefonds vom illustren südafrikanisch-australischen Milliardär Kerr Neilson (63) geführt. 
 
Gespür für unterbewertete Aktien
 
Neilson, der in der Öffentlichkeit kaum bekannt ist, wird in der Hedgefonds-Szene oft mit Star-Investor Warren Buffet verglichen. Wie sein amerikanischer Gegenspieler zeichnet sich Neilson mit seinem Gespür aus, in Unternehmen zu investieren, die vom Markt vernachlässigt wurden. Bei der Gründung 1994 stand ihm die Hedgefonds-Legende George Soros zur Seite. Inzwischen verwaltet Neilson ein Vermögen von rund 17 Milliarden Franken. 
 
Zu den grössten Positionen seines Hedgefonds gehören die Bank of America, Samsung, Google und Toyota. Seit seiner Gründung weist der Fonds eine jährliche Performance von 11,78 Prozent aus. Damit schlug er den Vergleichsindex MSCI World (4,0 Prozent) deutlich. 
 
Solarbranche weiterhin in der Krise
 
Trotz dieser ermutigenden Zeichen kämpfen noch viele Solarfirmen unter den Überkapazitäten, die sich durch den Preisrutsch der letzten zwei Jahre ergeben haben. So ist der Preis für ein Solarmodul seit Anfang 2010 um fast zwei Drittel nach unten gerutscht. 
 
In Europa, so erwarten Experten, werden die Tätigkeiten im Solarbereich sich eher leicht rückläufig entwickeln, weil viele Länder ihre Subventionen zurückfahren. Einzig China, Japan und Saudi-Arabien setzen derzeit auf den grossflächigen Ausbau von Photovoltaik. Saudi-Arabien will beispielsweise in den nächsten 20 Jahren über 100 Milliarden Dollar in den Aufbau von Solaranlagen investieren.