Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, des Referenztitels für die Euro-Zone, gab um einen Basispunkt auf 3,247 Prozent nach. Am Dienstag hatte sie noch ein 15-Jahres-Hoch erreicht. Die Renditen bewegen sich gegenläufig zu den Kursen.
Für bessere Stimmung am Anleihemarkt sorgte laut Händlern und Analysten eine leichte Erholung bei richtungsweisenden US-Staatsanleihen. Die Renditen der zehnjährigen US-Titel waren bereits am Dienstag nach überraschend schwachen Konjunkturdaten um zwei Basispunkte gefallen. Am Mittwoch gaben sie um weitere zwei Basispunkte nach.
«Die Anleihemärkte zeigen zaghafte Anzeichen einer Stabilisierung», sagte Hauke Siemssen, Zinsstratege bei der Commerzbank. «Dennoch wurden entscheidende Marken durchbrochen.» Analysten nannten unter anderem die hohe Kreditaufnahme von Staaten und grossen Cloud-Anbietern, sogenannten «Hyperscalern», als Haupttreiber für die steigenden Renditen.
Besonders im Fokus stand Frankreich. Die 30-jährige französische Staatsanleihe rentierte zeitweise so hoch wie seit 2008 nicht mehr, gab am Mittwoch jedoch um einen Basispunkt nach. Siemssen zufolge war vor allem der Risikoaufschlag für französische Papiere im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen auffällig. Er führte dies auf die dortige Haushaltsdebatte und die Wahlen im kommenden Jahr zurück. Der viel beachtete Abstand zwischen den zehnjährigen Anleihen beider Länder hatte am Dienstag mit über 86 Basispunkten den höchsten Stand seit Oktober 2025 erreicht und lag am Mittwoch bei 85 Basispunkten.
(Reuters)

