Auto - Amag verzeichnet deutliche Bremsspuren im Coronajahr

Der Autoimporteur und -verkäufer Amag ist 2020 von der Coronapandemie klar gebremst worden. Bei den meist verkauften Autos liegt ein Wagentyp zum vierten Mal an der Spitze.
22.01.2021 19:54
Helmut Ruhl ist ab Ende Februar CEO von Amag.
Helmut Ruhl ist ab Ende Februar CEO von Amag.
Bild: ZVG

Der Umsatz sackte um 15 Prozent auf 4 Milliarden Franken ab. Letztmals hatte die Generalimporteurin von Marken des VW-Konzerns im Jahr 2010 einen Umsatz von 4,0 Milliarden Franken gemacht.

Das Ergebnis unter dem Strich wollte Finanzchef Helmut Ruhl an einer Medienkonferenz nicht beziffern. Amag habe weniger verdient als 2019, das Ergebnis sei aber positiv, sagte der 51-jährige Deutsche. Ruhl, der Ende Februar den Amag-CEO-Posten von Morten Hannesbo übernimmt, bezeichnete das Ergebnis angesichts der Umstände im Pandemiejahr dennoch als "ordentlich". 

Die Autoverkäufe hielten sich aber noch etwas besser als der Gesamtmarkt. Während bei der Amag der Absatz an Neuwagen um 22,2 Prozent fiel, brach der Gesamtmarkt um 24 Prozent ein.

Die Hauptgründe für den Umsatzrückgang sieht die Amag im  acht Wochen lang dauernden Lockdown mit dem Wegfall des Autosalons Genf und der traditionellen Frühlingsausstellungen sowie der Schliessung der Verkaufsräume in den wichtigen Monaten März, April und Mai. Zudem sei ab März das internationale Mietwagengeschäft mit den weltweiten Reisebeschränkungen fast komplett zum Erliegen gekommen.

VW T6 indes als "heimlicher Star"

Dennoch verkaufte die Amag insgesamt 71'290 Autos und 8'315 Nutzfahrzeuge. Damit konnte die Amag ihren Marktanteil auf erstmals 30,1 Prozent steigern, hiess es an der Medienorientierung. Ziel von Amag ist es, einen Marktanteil von 30 Prozent zu erzielen. 

Die Marken VW, Skoda, Audi und Seat konnten allesamt leicht an Marktanteilen gewinnen. Zum vierten Mal hinereinander war der Seat Octavia das meistverkaufte Auto. CEO Morten Hannesbo bezeichnete den VW T6 indes als "heimlichen Star" bei den Verkäufen im Jahr 2020. Er fand 7200 Abnehmer, war Platz 13 bedeutet bei den Amag-Modellverkäufen.

Volkswagen ist mit 26'417 Zulassungen weiterhin die Nummer 1 der Schweiz und hat 0,1 Prozent Marktanteil dazugewonnen. Skoda belegt mit 18'757 Zulassungen den vierten Platz und hat den Marktanteil um 0,2 Prozent steigern können. Direkt dahinter folgt Audi mit 14'862 Verkäufen auf dem fünften Platz und Seat mit 11'254 Fahrzeugen auf Platz sechs.

Auslastung der Werkstätten sehr gut

Dagegen sei die Auslastung der Werkstätten sehr gut gewesen. "Zudem musste keiner unserer Händler Konkurs anmelden", sagte Hannesbo.

Ruhl will die wiederkehrenden Erträge wie etwa Versicherungen und die Digitalisierung vorantreiben. Künftig sollen mehr Autos übers Internet verkauft werden. In diesem Jahr sollen 20 neue Modelle auf den Markt kommen, darunter viele Elektro- und Hybridautos.

Ob das reicht, um die Umsatzscharte von 2020 wieder auszuwetzen, ist fraglich. Derzeit sei man wegen der neuen Coronaschliessungen weniger optimistisch als auch schon. "Aber wir denken, dass wir den Umsatz steigern können", sagte Ruhl. Er gehe von einem Gesamtmarkt in der Schweiz von 280'000 verkauften Autos aus. Das wären gut 40'000 Neuwagen mehr als 2020, aber immer noch 30'000 weniger als 2019.

In die Zukunft will die Amag weiter investieren: Am Standort Birrfeld/Lupfig ist der Bau eines neuen Auto-Lagerhauses geplant. Ausserdem wird aktuell ein neues Karosserie- und Lackzentrum in Birrfeld gebaut. Insgesamt investiere die Amag am Standort Birrfeld in den kommenden Jahren rund 65 Millionen Franken, hiess es. 

Amag hatte im Oktober 2019 den Hauptsitz nach Cham verlegt. In diesem Zusammenhang wurden grosse Teile der Mitarbeitenden von den Standorten Schinznach-Bad, Buchs ZH, Baden und Zürich an einem Ort und in einer neuen Arbeitswelt zusammengezogen.

Amag hat 6472 Angestellte, vor Jahresfrist waren es 6641.

(cash/AWP)

 

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