Backwarenkonzern - Aryzta führt Übernahmeverhandlungen mit Investmentfirma Elliott

Der angeschlagene Backwarenkonzern Aryzta führt Übernahmeverhandlungen mit der Investmentfirma Elliott des US-Milliardärs Paul Singer.
11.09.2020 13:22
Paul Singer am WEF in Davos.
Paul Singer am WEF in Davos.
Bild: WEF/Remy Steinegger

Die britische Elliott-Tochter Elliott Advisors (UK) gab am Donnerstag bekannt, dass sie dem Aryzta-Verwaltungsrat einen Brief betreffend der Übernahme des gesamten Aktienkapitals unterbreitet habe.

Aryzta bestätigte ihrerseits am Donnerstagabend, dass das Unternehmen in "fortgeschrittenen Verhandlungen" mit Elliott bezüglich eines Übernahmeangebots stehe. Es gebe allerdings keine Gewissheit, dass ein Angebot erfolgen werde, betonten sowohl Elliott wie auch Aryzta.

Gerüchte über ein Interesse von Elliott an einer Aryzta-Übernahme hatten bereits im August an den Märkten die Runde gemacht. Zuvor war auch schon gerüchteweise von einem Interesse weiterer Private Equity-Gesellschaften wie Apollo Global Management oder Cerberus Capital Management berichtet worden. Der kanadische Lebensmittel- und Backkonzern George Weston war ebenfalls als möglicher Käufer ins Spiel gebracht worden.

Aryzta ist bereits seit längerem finanziell angeschlagen, zudem ist der Konzern durch die Corona-Pandemie gebeutelt worden. Die Führung des Backwarenkonzerns steht derzeit unter starkem Druck einer aktivistischen Investorengruppe um Veraison und Cobas, die einen Umbau des Konzerns fordert und an einer ausserordentlichen Generalversammlung am kommenden Mittwoch eigene Vertreter in den Verwaltungsrat entsenden will.

Veraison erklärte am späten Donnerstagabend, die Medienmitteilung von Aryzta "zur Kenntnis" zu nehmen. Die von Veraison vertretene Aktionärsgruppe erwarte, dass die ausserordentliche Generalversammlung wie geplant durchgeführt werde, so der aktivistische Investor. Auch der neu zusammengesetzte Verwaltungsrat habe die Pflicht, konkrete Kaufangebote sorgfältig zu prüfen und zu analysieren, was langfristig im besten Interesse des Unternehmens und aller Aktionäre sei, so Veraison.

Analysten sehen Kursgewinne

Analyst Patrik Schwendimann von der ZKB sieht den strategischen Wert des Unternehmens trotz der Widrigkeiten klar über dem zuletzt bezahlten Aktienkurs. Entsprechend veranschlagt er auch einen Übernahmepreis von mindestens 1 Franken je Aktie. Bei einem erfolgreichen Turnaround liesse sich auch noch ein deutlich höherer Wert rechtfertigen. Somit müsse Elliott diesen Preis mindestens bieten, um eine Erfolgschance zu haben.

Vontobel-Experte Jean-Philippe Bertschy erhöht in einer ersten Reaktion seine Einstufung auf "Hold" von "Reduce" und setzt ein neues Kursziel von 0,80 nach zuvor 0,30 Franken. Der Ausgang der Übernahmegespräche sei höchst unsicher, zumal an der ausserordentlichen Generalversammlung kommenden Mittwoch ein neuer Verwaltungsrat gewählt wird.

(AWP)

 
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