Bâloise enttäuscht Dividendenhoffnungen

Lichtblick der von Bâloise am Dienstag vorgelegten Zahlen ist die starke Eigenkapitalbasis. Dennoch hebt der Versicherungskonzern die Dividende nur leicht an, was am Markt für etwas Verdruss sorgt.
25.03.2014 10:28
Von Lorenz Burkhalter
Gerade von der Dividende hatten sich Händler bei Bâloise deutlich mehr erhofft.

Wie erwartet kann Bâloise auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Das in Basel beheimatete Versicherungsunternehmen konnte sowohl die Bruttoprämien als auch den Reingewinn deutlich steigern. Übertroffen werden die Analystenschätzungen allerdings vor allem bei der Entwicklung des Eigenkapitals.

Dennoch dürfte sich die Freude bei den Aktionären in Grenzen halten. Denn mit der geplanten Anhebung der Dividende von 4,50 auf 4,75 Franken je Aktie bleibt Bâloise den Erwartungen einiges schuldig. Gerade im Berufshandel hatte man sich nach der deutlichen Dividendenerhöhung bei Swiss Life eine sehr viel grosszügigere Ausschüttungspolitik erhofft. In Analystenkreisen wird die Enttäuschung hingegen heruntergespielt.

Deshalb und dank der überzeugenden Ergebnisqualität erholt sich die Aktie von Bâloise an der Schweizer Börse SIX zur Stunde um 2,4 Prozent auf 111,70 Franken.

Reingewinn von höher als erwarteten Steuern belastet

Einzig die Bank Vontobel bringt das Thema Dividende in einem Kommentar zur Sprache. Die Dividendenerhöhung decke sich zwar mit der Erwartung anderer Banken, bleibe jedoch hinter den bankeigenen Erwartungen zurück. Auf den ersten Blick liege das Jahresergebnis beim Konzerngewinn leicht hinter den Erwartungen zurück.

Die solide Ergebnisqualität mache diesen Umstand allerdings wieder wett, so der Verfasser des Kommentars. Da er im Lebensversicherungsgeschäft mit einem in Zukunft tieferen Gewinnbeitrag rechnet, stuft der Analyst die Aktie von Bâloise weiterhin nur mit "Hold" und einem Kursziel von 115 Franken ein.

Bei J. Safra Sarasin ist von einer nur geringen Dividendenerhöhung die Rede. Diese reiche nicht aus, um an der Investmentthese grundsätzlich etwas zu ändern. Der verantwortliche Analyst hält deshalb an seiner "Neutral" lautenden Einschätzung fest.

Kaum Gründe für einen nochmals höheren Aktienkurs

Ähnlich äussert sich sein für Helvea tätiger Berufskollege. Seiner Beurteilung zufolge liegt der Zahlenkranz sowohl beim operativen Gewinn als auch beim Vorsteuergewinn nur knapp im Rahmen der Erwartungen. Beim Konzerngewinn erkläre sich die Differenz zu den bankeigenen Schätzungen mit der etwas höheren Steuerbelastung. Auf Basis des vorliegenden Jahresergebnisses gebe es kaum Gründe für einen höheren Aktienkurs, so der Analyst.

Die Zürcher Kantonalbank schreibt hingegen von einer insgesamt soliden Entwicklung. Operativ überraschend gut sei dabei das Lebensversicherungsgeschäft. Etwas unter den Erwartungen sei dagegen das Nichtlebensgeschäft, weshalb der Analyst den Zahlenkranz insgesamt neutral wertet. Nach der gestiegenen Bewertung bestehe nur noch wenig Kursspielraum. Die Aktie von Bâloise wird denn auch nur mit "Marktgewichten" eingestuft.