Bankenwesen - Nach State-Street-Dementi: Aus der Aktie der Credit Suisse entweicht die Übernahme-Luft

State Street dementiert Marktgerüchte, wonach das Unternehmen die Credit Suisse übernehmen will. Die Aktie der Credit Suisse gibt am Freitag weiter deutlich nach.
10.06.2022 09:23
Der Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Der Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Bild: Manuel

Flickr, Lizenz CC BY-NC-ND 2.0

Über 10 Prozent hatte die Aktie der Credit Suisse am Mittwochnachmittag auf einen Schlag zugelegt, als das Portal "Inside Paradeplatz" von bevorstehenden Übernahmeplänen des US-Finanzriesen State Street an der Credit Suisse berichtet hatte. Am Donnerstag nach Börsenschluss in Europa hat State Street solche angeblichen Pläne nun dementiert. 

Die Aktie der Credit Suisse verliert am Freitag weitere derjenigen Gewinne, die sie am Mittwoch aufgrund der Gerüchte aufbauen konnte. Die Aktie sinkt im frühen Handel am Freitag gegen 5 Prozent auf 6,28 Franken, nachdem sie schon am Donnerstag über 5 Prozent gefallen war. Damit steht die Aktie nun fast wieder am selben Ort, wo die Spekulationen am Mittwoch ihren Lauf genommen hatten.

"Die anhaltenden Marktgerüchte entbehren jeglicher Grundlage”, teilte State Street mit. “Obwohl es seit langem unsere Unternehmenspolitik ist, derartige Spekulationen nicht zu kommentieren, halten wir eine Reaktion auf diese Berichte in diesem Fall für gerechtfertigt." State Street konzentriere sich derzeit nach eigenen Angaben auf die laufende Übernahme des Investor-Services-Geschäfts von Brown Brothers Harriman (BBH). Zuvor hatte bereits Credit-Suisse-Konzernchef Thomas Gottstein Spekulationen über eine mögliche Übernahme der Grossbank durch State Street eine Absage erteilt.

"Inside Paradeplatz" hatte am Mittwoch um etwa 15 Uhr berichtet, State Street stehe kurz davor, ein Angebot für Credit Suisse vorzulegen. Unter Berufung auf eine anonyme Quelle schrieb das Zürcher Finanzportal, State Street wolle 9 Franken pro CS-Aktie bieten.

Zwar habe State Street, die vor allem in der Wertpapier-Verwahrung und dem ETF-Geschäft tätig ist, in den vergangenen Jahren nach Zukäufen Ausschau gehalten, erklärten die Experten von Jefferies. Doch die milliardenschwere BBH-Transaktion belaste die Bilanz bereits. Zudem brauche es viel, sich aus strategischer Sicht eine Credit-Suisse-Übernahme vorzustellen. Die Bank habe eine Fülle von Problemen. Ein Zusammenschluss im Asset Management sei allerdings denkbar.

Am Mittwoch hatte die zweitgrösste Schweizer Bank erneut eine Gewinnwarnung herausgeben müssen. Im zweiten Quartal werde die CS einen weiteren Verlust ausweisen, weil das Ergebnis von der Investmentbank belastet werde. 

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