Bargeld  - Was Sie über Schweizer Banknoten (vermutlich) nicht wussten

Die Präsentation der neuen 20er-Note durch die Nationalbank wird morgen die Schweiz beschäftigen. Zur Einstimmung auf das neu gestaltete Zahlungsmittel ein paar wissenswerte und kuriose Details zur Landeswährung.
09.05.2017 13:18
Von Marc Forster
Prüfung einer 50er-Note aus der 2016er Serie - was könnte die Erdkugel sonst noch sein?
Prüfung einer 50er-Note aus der 2016er Serie - was könnte die Erdkugel sonst noch sein?
Bild: ZVG

Am Mittwoch stellt die Nationalbank mit grossem Tamtam die neue 20-Franken-Note vor. Die Gestaltung der Note mit den Motiven von Designerin Manuela Pfrunder wird viel zu reden geben. Das Interesse an den neuen "Zwänzgernötli" zeigt, dass das offizielle Zahlungsmittel untrennbar ein Bestandteil des Schweizer Alltags ist. Selbst wer vorwiegend bargeldlos unterwegs ist, kommt immer noch regelmässig in Berührung mit Scheinen und Münzen. Zeit also, sich mit ein paar wissenswerten und ungewöhnlicheren Aspekten der Schweizer Banknoten und Münzen zu befasssen:

Banknoten, die es nicht mehr gibt

Den Schweizer Franken gibt es seit 1850 und war ganz am Anfang eine reine Münz-Währung. Die erste Serie an einheitlichen Banknoten wurde 1907 aufgelegt. Es gab auch mal 5er, 40er und die 500er Scheine.

Themenmotive bei neuen Noten

Die neuste Note im Umlauf ist die 50er-Note, die vor gut einem Jahr ausgegeben wurde. Sie beschäftigt sich mit dem Thema "Wind". Das hindert aber niemanden daran, die Motive auch anders zu interpretieren: Die Erdkugel, auf der Windrichtungen angezeigt sind (siehe obiges Bild), wurde aber auch schon als "Truffe du Jour" (Praliné des Tages) beschrieben. Die neue 20er Note wird das Thema "Licht" haben.

Der Tell ist ein Bergbauer

Die Noten ändern ihr Design etwa alle 15 bis 20 Jahre. Die Münzen dagegen sehen seit dem späten 19. Jahrhundert gleich aus und entsprechen in ihrer Gestaltung dem typischen Stil dieser Epoche – Kränze, Blumengebinde, Figuren und Wappenmotive. Die älteste Münze ist der Zweifränkler von 1874. Die Figur auf dem Fünfliber ist übrigens offiziell nicht Wilhelm Tell, sondern ein nicht näher genannter Bergbauer. Es gibt auch Länder, die den Designstil ihrer Zahlungsmittel nie ändern: Beispielsweise die USA mit dem Dollar.

Was 40 Jahre alte Noten noch bringen

Die aktuelle Notenserie ist die neunte. Noten aus alten Serien verlieren zwar irgendeinmal ihren Status als Zahlungsmittel, sie können aber noch lange umgetauscht werden. So kann man die Noten der Serie von 1976 noch bis zum 30. April 2020 bei der Nationalbank einlösen. 

Die Schweiz hat die teuersten Geldmittel

Alle bisherigen 1000er-Noten seit 1910 waren violett. Auch die neue Noten-Serie wird eine 1000-Franken-Note enthalten, vermutlich auch in dieser Frabe. Die Motive, so viel ist schon bekannt, sollen sich um das Thema "Sprache" drehen. Die 1000er-Note ist weltweit eine der Banknoten mit dem höchsten tatsächlichen Wert. Es hat überdies auch kaum ein Land eine Münze mit einem so hohen Wert wie der Fünfliber.

Fränkler mit Krönchen

Liechtenstein, wo der Franken seit den 1920er Jahren Landeswährung ist, darf selber keine eigenen Noten drucken. Was dem kleinen Fürstentum aber grundsätzlich erlaubt ist, ist das Prägen eigener Münzen. Seit Jahrzehnten werden aber nur noch Sammler- und Gedenkmünzen aufgelegt. Diese zeigen meistens Mitglieder der Fürstenfamilie und deren prächtiges Wappen. 

Die «Schweizer» Währung im Irak

Zu Zeiten von Saddam Hussein wurde im Irak zeitweise mit dem "Swiss Dinar" bezahlt. Der Grund, weswegen die Währung so genannt wurde, ist nicht klar: Entweder, weil die Druckplatten für die Noten aus der Schweiz kamen. Eine andere Erklärung: Der Irak hatte wie die Schweiz damals eine tiefe Inflation. Mit dem Franken hatte diese Währung allerdings nichts zu tun.

Der «Ameisen»-verteilende König

Die 1000er-Note der Serie von 1976 bis 1984 hiess auch "Ameise", weil auf deren Rückseite ein solches Insekt inklusive eines Ameisenhauses zu sehen ist. Der Begriff hält sich bis heute. Der einstige saudi-arabische König Khaled, der oft in Genf weilte, war berühmt dafür, dass er "Ameisen" als Trinkgeld verteilte.