BASF sei bereit, ‌in einer ⁠Vereinbarung mit Evonik entsprechende Zusagen zu machen, sagten zwei Personen aus dem Umfeld ⁠des Konzerns am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Bei dem Essener Chemiekonzern sind trotz eines geplanten ‌Stellenabbaus betriebsbedingte Kündigungen bis 2032 in Deutschland ausgeschlossen. Der ‌Abbau muss also auf freiwilliger Basis mit ​Abfindungen erfolgen. «Daran fühlt sich BASF gebunden. Man würde daran nicht rütteln», sagte einer der Insider.

Mit solchen Zusagen könnte BASF versuchen, die Arbeitnehmervertreter von Evonik und die Politik in Nordrhein-Westfalen zu beschwichtigen, die einem Verkauf des Unternehmens skeptisch gegenüberstehen. BASF ‌wollte sich zu den Informationen nicht äussern. Am Mittwoch will sich der nordrhein-westfälische Landtag auf Antrag der SPD mit dem Thema befassen. «Das Ruhrgebiet darf nicht die Zeche ​zahlen - Eigenständigkeit von Evonik und Arbeitsplätze sichern», ist der Antrag überschrieben. ​Auch die Gewerkschaft IG BCE hatte Zukunftsperspektiven ​für die Evonik-Beschäftigten und Investitionszusagen für die Standorte gefordert.

Europas grösster Chemiekonzern BASF hatte im September Sondierungsgespräche ‌mit Evonik bestätigt, war aber mit einer Übernahmeofferte über 22,15 Euro je Aktie beim Vorstand zunächst abgeblitzt. Evonik würde dadurch mit 14 Milliarden Euro bewertet. Der Evonik-Vorstand ​pocht ​vor der Aufnahme von Verhandlungen auf ⁠ein besseres Angebot. Im Umfeld von BASF ​hatte es zuvor Signale gegeben, ⁠dass die 22,15 Euro je Aktie nicht das letzte Wort seien.

Die RAG-Stiftung ‌als Grossaktionär (43 Prozent) von Evonik hatte am Freitag über die Offerte beraten, will aber nicht über den Kopf des Vorstands hinweg entscheiden. ‌Die Kohle-Stiftung, die das nötige Geld für die Folgekosten ​des Steinkohlebergbaus erwirtschaften muss, hatte zuvor angekündigt, ihren Anteil an Evonik auf 25,1 Prozent zu senken.

(Reuters)