Bauausrüstung - Arbonia verkauft Fenstergeschäft und will übrige Bereiche stärken

Der Bauzulieferer Arbonia trennt sich von der Fenstersparte und damit von rund einem Viertel des Geschäfts. Dieses wird an die dänische Dovista-Gruppe verkauft, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.
05.01.2021 14:38
Der Arbonia-Hauptsitz in Arbon.
Der Arbonia-Hauptsitz in Arbon.
Bild: ZVG

Arbonia will den Verkaufserlös in die Stärkung der übrigen Bereiche stecken. Der Deal kommt bei den Investoren und Analysten gut an.

Das Fenstergeschäft von Arbonia umfasst die Gesellschaften Dobroplast, EgoKiefer, Slovaktual, Webcom und Wertbau und beschäftigt rund 2'500 Mitarbeiter. Im Jahr 2019 steuerte die Sparte mit knapp 360 Millionen Franken rund einen Viertel zum Konzernumsatz bei. Der Verkauf soll im zweiten Quartal 2021 vollzogen werden.

Arbonia fliessen 350 Millionen Franken zu

Die Dänen lassen sich den Kauf eine Stange Geld kosten. Arbonia fliessen damit inklusive Schulden rund 350 Millionen Franken zu. Dabei seien die Kosten und Steuern bereits berücksichtigt. "Die Division wird damit deutlich höher als das 8-fache EBITDA bewertet", betonte CEO Alexander von Witzleben am Dienstag an einer Telefonkonferenz.

Der Wert für die Aktionäre wäre auch bei einer Weiterführung der Division für 2 bis 3 Jahre wahrscheinlich nicht gesteigert worden, so der CEO weiter. Am Ende sei die Entscheidung eine Chancen- und Risikoabwägung gewesen, bei der die Argumente für den Verkauf überwogen hätten.

"Wir sind hervorragend aufgestellt und überkapitalisiert", sagte der Arbonia-Chef weiter. Im laufenden Jahr dürfte Arbonia ohne die Fenstersparte einen EBITDA in der Grössenordnung von 120 Millionen erreichen. Eine genauere Prognose soll im März genannt werden.

Mit dem Erlös erreiche man eine hohen Netto-Cash-Position. Mit dem Geld sollen laut den Angaben die verbleibenden Divisionen weiterentwickelt und auch via Akquisitionen "substanziell" gestärkt werden. So sind im laufenden und kommenden Jahr im Bereich Türen Investitionen von rund 100 Millionen Franken geplant. "Wir wollen die Türen-Division ausbauen, investieren und die Kapazität erhöhen, ohne die Zahl der Mitarbeitenden zu steigern", sagte der Unternehmenschef. Zudem deutete er eine stärkere Zusammenarbeit mit der Division Sanitär an.

Das Geschäft der Division Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK) entwickele sich zunehmend zum Systemgeschäft. Auch hier sind Investitionen und Zukäufe geplant.

Aus rot wurde schwarz

Die Käuferin, die der dänischen VKR Holding gehört, stellt Fenster und Aussentüren primär für die skandinavischen und nordeuropäischen Märkte her und bezeichnet sich als einen führenden Fensteranbieter in Skandinavien mit starken Positionen im Vereinigten Königreich und in Irland. Produziert wird in Dänemark, Litauen, Norwegen, Polen und Schweden. Eine weitere bekannte Marke von VKR ist der Dachfensterhersteller Velux.

Mit der Übernahme der Arbonia-Sparte erlangt Dovista nun Zugang zu den zentraleuropäischen Märkten Schweiz, Deutschland, Polen und Slowakei. Zusätzlich werde das Produktportfolio ergänzt um Kunststoff- und Kunststoff/Aluminium-Fenster. Die Marken Dobroplast, EgoKiefer, Slovaktual und Wertbau sollen bestehen bleiben, und sämtliche Arbeitsverhältnisse würden unverändert übernommen.

Arbonia hatte das Fenstergeschäft in den letzten Jahren restrukturiert. Vor fünf Jahren schrieb die Sparte noch tiefrote Zahlen. 2020 sei nun voraussichtlich ein Betriebsgewinn (EBITDA) von leicht über 40 Millionen Franken erzielt worden, wie es heisst.

Für die Analysten kam der Verkauf etwas überraschend. Die Bewertungen des Preises reichen von "fair" bis "sehr attraktiv". Die Marge der Division sei tiefer als die der übrigen Bereiche und der Verkauf und die Stärkung der restlichen Teile könne Wert schaffen. Die Arbonia-Aktien legen am Mittag um rund 3,7 Prozent auf 14,72 Franken zu.

(AWP)

 
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