Bedeutende Aktionäre - Ein zweiter LafargeHolcim-Grossaktionär macht Kasse

Nach Ankeraktionär Thomas Schmidheiny trennt sich mit dem US-Substanzinvestor Harris Associates gleich noch ein bekannter Grossaktionär bei LafargeHolcim von Aktien. Die Börse reagiert überraschend entspannt.
25.06.2019 11:17
Von Lorenz Burkhalter
Ein zweiter LafargeHolcim-Grossaktionär macht Kasse

Harris Associates trennt sich beim Zementkonzern LafargeHolcim im grossen Stil von Aktien. Mittlerweile hält der gewiefte US-Substanzinvestor weniger als 3 Prozent der Stimmen. Das lässt sich einer Offenlegungsmeldung an die Schweizer Börse SIX entnehmen. Im vergangenen Dezember waren es noch fast 5 Prozent gewesen.

Im März vor drei Jahren hielten die Amerikaner in der Spitze sogar fast 7 Prozent. Sie bewiesen damals eine gute Nase und bauten ihr Aktienpaket zu Kursen unter 40 Franken kräftig aus. Nur wenige Wochen später kostete die Aktie bereits wieder 50 Franken und mehr.

Schon Ankeraktionär Schmidheiny trennte sich kürzlich von Aktien

Beobachter zeigen sich überrascht, dass Harris Associates ausgerechnet jetzt zu Kursen unter 50 Franken Kasse macht - zumal der US-Substanzinvestor schon der zweite Grossaktionär innerhalb von gerademal zwei Wochen ist, der sich von Aktien trennt.

Kursentwicklung der LafargeHolcim-Aktie seit Bekanntwerden der Grossfusion im März 2014 (Quelle: www.cash.ch)

Mit Thomas Schmidheiny reduzierte der frühere Holcim-Ankeraktionär seine Beteiligung von 10,9 auf 7,2 Prozent. Ein 2,4-Prozent-Paket wurde im Rahmen eines Block-Trades platziert, eine zweite Tranche im Umfang von 1,3 Stimmenprozent über eine Derivat-Struktur veräussert (cash berichtete). Händlern zufolge drückt die Beteiligungsreduktion bei LafargeHolcim auch zwei Wochen später noch auf die Kursentwicklung.

Die Börse reagiert verstimmt

Schmidheiny sorgte im Frühling 2014, kurz nach Bekanntwerden des Zusammenschlusses von Holcim mit der französischen Lafarge zum Weltmarktführer LafargeHolcim für Schlagzeilen, als er seinen Mitaktionären einen Aktienkurs von 100 Franken in Aussicht stellte.

Für Beobachter hat die Häufung von Aktienverkäufen aus dem Grossaktionariat des Zementkonzerns denn auch Signalwirkung. Gerade dem US-Substanzinvestor Harris Associates werde eine gute Nase für die LafargeHolcim-Aktie nachgesagt, so lautet der Tenor.

Die Börse reagiert bisweilen überraschend entspannt. Nach einem Rücksetzer auf 47,89 Franken verliert die LafargeHolcim-Aktie zur Stunde noch 0,4 Prozent auf 48 Franken. Händler erklären sich diese Reaktion damit, dass der Verkaufsdruck nach den beiden Beteiligungsreduktionen nun nachlassen dürfte.