Bedeutende Aktionäre - Hedgefonds-Milliardär steigt bei Clariant ein

Der US-Milliardär Kenneth C. Griffin hat sich bei Clariant eingenistet. Was für Absichten er mit seinem Hedgefonds beim Baselbieter Spezialitätenchemiekonzern verfolgt, darüber lässt sich nur spekulieren.
14.08.2019 14:56
Von Lorenz Burkhalter
Clariant-Hauptsitz in Muttenz BL.
Clariant-Hauptsitz in Muttenz BL.
Bild: ZVG

Es ist womöglich schon jetzt die Nachricht des Tages: Der US-Milliardär Kenneth C. Griffin steigt mit seinem Hedgefonds Citadel mit gut 3 Prozent beim Baselbieter Spezialitätenchemiehersteller Clariant ein. Das zumindest lässt sich am frühen Mittwochmorgen einer von der Schweizer Börse SIX veröffentlichten Beteiligungsmeldung entnehmen.

Griffin ist für seine aktive Einflussnahme bei Unternehmen bekannt und zählt auch beim Pharmaunternehmen Cosmo Pharmaceuticals zu den bedeutenden Aktionären (cash berichtete). Vor wenigen Jahren war der US-Milliardär auch schon am Solarzulieferer Meyer Burger beteiligt, als dieser zwecks Bilanzsanierung zu einer umfassenden Kapitalerhöhung gezwungen war.

Was genau Griffin bei Clariant im Schilde führt, ist nicht bekannt. Angesichts der Dominanz des saudischen Ankeraktionärs Sabic mit knapp 25,7 Prozent der Stimmen vermuten Beobachter bloss ein finanzielles Investment hinter dem Einstieg. Schliesslich kostete die Clariant-Aktie zuletzt so wenig wie seit Ende 2016 nicht mehr.

Noch reagiert die Börse ziemlich unterkühlt auf die Beteiligungsmeldung. Nach einem Vorstoss auf 17,65 Franken verliert Clariant-Aktie zur Stunde gar 1,2 Prozent auf 17,34 Franken. Schuld ist das schwache Börsenumfeld. Beobachtern zufolge könnten allerdings alleine schon die Namen "Citadel" und "Griffin" in naher Zukunft Trittbrettfahrer auf den Plan rufen.

Nicht zum ersten Mal nisten sich Finanzinvestoren ein

Clariant stand vor wenigen Jahren schon einmal im Visier von Finanzinvestoren. Im Juni 2017 stiegen die Finanzinvestoren White Tale und Corvex mit 3,5 Prozent bei den Baselbietern ein und bauten ihre Beteiligung bis Mitte Januar 2018 in mehreren Schritten auf gut 25 Prozent aus. Das erklärte Ziel der Finanzinvestoren: Clariant in einzelne Bereiche zu zerschlagen und diese dann möglichst gewinnbringend an andere Chemiehersteller zu verhökern.

Im Januar 2018 verkauften White Tale und Corvex ihr 25-Prozent-Paket dann aber in einer Nacht-und-Nebel-Aktion der saudischen Sabic. Mit dem Einstieg des langjährigen Partnerunternehmen von Clariant wurden jegliche Verkaufsspekulationen hinfällt.

Eigentlich war vorgesehen, dass Sabic ähnlich gelagerte Geschäftsbereiche bei Clariant einbringt. Seit der Halbjahresergebnisveröffentlichung von Ende Juli steht nun allerdings fest, dass dieses Vorhaben an zu unterschiedlichen Preisvorstellungen scheiterte. Die Verhandlungen wurden deshalb auf Eis gelegt.

Chemieindustrie ist im Umbruch

Seither kursieren an der Börse Spekulationen, wonach Sabic den Baselbieter Spezialitätenchemiekonzern entweder ganz übernehmen, oder sich aus dem Aktionariat zurückziehen könnte. Beobachter schliessen deshalb nicht aus, dass der Einstieg Griffins über seinen Hedgefonds Citadel auch eine Wette auf ein Übernahmeangebot seitens von Sabic sein könnte.

Die Chemieindustrie ist generell im Umbruch. Das bietet auch kleineren Branchenvertretern wie Clariant die Möglichkeit von ergänzenden Übernahmen oder sich von nicht länger zum Kerngeschäft zählenden Bereichen zu trennen. Wie bekannt ist, will sich der deutsche Chemieriese BASF von seinem Pigmentgeschäft trennen. In Branchenkreisen wird auch Clariant ein Interesse an den zum Verkauf kommenden Geschäftsaktivitäten nachgesagt.

 

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