«Derzeit gibt es keinen Rückruf in Europa für die entsprechenden Elektrofahrzeuge», teilte die zuständige Zulassungsbehörde der Niederlande, RDW, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch mit. Grundsätzlich sei es aus Sicht der Behörde aber ein Problem, wenn sich bei Ausfall der Elektrik versenkbare Autotüren nicht intuitiv und ohne Werkzeug von aussen oder innen öffnen liessen. In China müssen E-Autos von Tesla und acht weiteren Herstellern, so etwa Xiaomi, Leapmotor oder Xpeng, zurückgerufen werden. Von den 4,3 Millionen betroffenen Fahrzeugen sind fast drei Millionen Tesla-Modelle.
Hintergrund sind Unfälle, bei denen Passagiere nicht aus dem Auto herauskamen oder befreit werden konnten, weil sich die elektronisch gesteuerten Türgriffe nicht öffnen liessen. In den meisten Fällen der Rückrufe geht es darum, dass der mechanische Notfallgriff bei einem Unfall schwer zu finden und zu bedienen ist. Auch in Deutschland war es im vergangenen Jahr zu einem Unglück mit einem Tesla gekommen, bei dem drei Menschen starben. Das Bundesverkehrsministerium erklärte, eine Untersuchung des Kraftfahrt-Bundesamtes zu den Sicherheitsbedenken sei noch nicht abgeschlossen. In erster Linie sei die zuständige Typgenehmigungsbehörde, im Fall Tesla die RDW, damit befasst. Autobauer können in der Europäischen Union die Behörde eines Landes wählen, die dann EU-weite Zulassungen erteilt.
In China werden die aus Design-Gesichtspunkten beliebten flächenbündigen Türgriffe ab dem kommenden Jahr verboten. In Europa wird unter Regulierern nicht über ein Verbot, sondern über neue Sicherheitsvorschriften für Notfälle beraten.
Bei Mercedes-Benz ist der so genannte flächenbündige Türgriff inzwischen für alle neuen Modellen erhältlich und einem Sprecher zufolge auch sehr gefragt. Die Kunden können jedoch auch bei greifbaren Türgriffen bleiben. Die flächenbündigen Griffe seien von aussen und von innen jederzeit mechanisch an der gewohnten Stelle zu bedienen, also nicht rein elektronisch gesteuert. Vom Rückruf in China ist der deutsche Autobauer nicht betroffen, stellt sich aber auf das bevorstehende Verbot ein. «Wir sind vorbereitet, ausschliesslich den permanent greifbaren Türgriff anzubieten», ergänzte der Mercedes-Sprecher.
(Reuters)

