Der geldpolitische Schlüsselsatz wurde ⁠am Mittwoch um einen Viertelpunkt erhöht - auf die ‌neue Spanne von 3,75 ‌bis 4,00 Prozent. Von ​Reuters befragte Experten hatten mit dem ersten Schritt nach oben seit über drei Jahren gerechnet. Ökonomen sagten in ersten Reaktionen:

SANTOSH BRIVIO, LEITER ECONOMIC RESEARCH MIGROS BANK:

«Der Kampf gegen die Inflation ist noch nicht gewonnen. Die Leitzinserhöhung wurde im Vorfeld auf breiter Front erwartet. Dennoch werten wir den Schritt als geldpolitische Wende mit erheblicher Signalwirkung. Denn damit reagiert die Fed auf eine Inflation, die sich als zäher erweist als erhofft.»

BASTIAN HEPPERLE, ÖKONOM BEI BETHMANN HAL:

«Bei der Fed ist ​der Geduldsfaden gerissen. Ihre Zuversicht ist geschwunden, dass die Inflation auf absehbare Zeit zum Zielwert zurückkehrt»

ELMAR VÖLKER, EXPERTE LBBW:

«Jetzt macht die Fed auch unter der Leitung von Kevin Warsh das Gegenteil dessen, was sich US-Präsident Trump wünscht. Die erneute Konfrontation zwischen Fed und Weissem Haus war indes absehbar, da die vom Nahost-Konflikt herkommenden Inflationsrisiken in den vergangenen Wochen gewachsen sind».

MICHAEL ‌HEISE, HQ TRUST:

«Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Schon in der vergangenen Sitzung hat es ​im Zentralbankgremium gewichtige Stimmen für eine ​Zinserhöhung gegeben. Die ​Fed reagiert mit ihrer Zinserhöhung auf den anhaltenden ‌Preisauftrieb. Da der Preisauftrieb nicht nur an Energie und dem Nahostkonflikt liegt, ist das ein ​wichtiger ​Schritt, mit ⁠dem sie ihre Glaubwürdigkeit verteidigt. ​Eine weitere Erhöhung ⁠im Oktober oder spätestens Dezember ist ‌wahrscheinlich. Ein längerer Straffungszyklus ist bei einer Normalisierung der Lage an den ‌Energiemärkten aber nicht zu erwarten.»

(Reuters/cash)