Bergbahnen - Trotz Schweizer Gästeboom fehlen am Titlis 70 Prozent der Touristen

Im Feriengebiet Engelberg-Titlis kann der Boom bei den Schweizer Gästen den dramatischen Rückgang bei den ausländischen Gästen nicht ersetzen.
07.08.2020 20:27
Die Titlis-Rotair zieht ausländische wie einheimische Touristen an.
Die Titlis-Rotair zieht ausländische wie einheimische Touristen an.
Bild: ZVG

Es fehlten rund 70 Prozent der Gäste, erklärte Norbert Patt, CEO der Titlis Bahnen, in einem Video-Interview mit Keystone-SDA. Seit dem 6. Juni können die Bergbahnen wieder fahren. Für die Titlis-Bahnen war der Juni dennoch eine schwierige Zeit. Während des Lockdowns sei ein Tag schöner als der andere gewesen, dann sei das schlechte Wetter gekommen, sagte Patt.

April und Mai, die in den Lockdown fielen, sind für die Bahnen und Restaurants im Gebiet Engelberg-Titlis normalerweise Hauptsaison. 2019 belief sich der Umsatz im April auf 7 Millionen Franken. 2020 habe er aus 400 Franken Parkplatzeinnahmen bestanden, sagte Patt. Auch im Juni sei der Umsatz tief geblieben. Den Umsatz im Juli bezifferte er auf 1,5 Millionen Franken.

Die Gäste in Engelberg stammen normalerweise zu 80 Prozent aus dem Ausland, und diese fehlen in diesem Sommer weitgehend. In diesem Jahr lebten die Titlis Bahnen von den Schweizern, sagte Patt.

Keine ausländischen Individualtouristen

Die Zahl der Schweizer Gäste hätten im Juli in den Hotels und auf den Bahnen um 40 bis 50 Prozent gesteigert werden können, sagte der Bahndirektor. Dies sei erfreulich. Damit erreiche man, gemessen am normalen Gesamtvolumen, aber nur ein Drittel.

Gemäss Patt fehlen in Engelberg nicht nur die ausländischen Gruppenreisenden, sondern auch ausländische Individualtouristen, deren Anzahl in den letzten Jahren zugenommen habe. Als Beispiel nannte er indische Familien, die in London leben. Die Ausländer, die diesen Sommer die Region besuchten, seien Ferienhausbesitzer.

Die Schweizer Gäste seien aber wichtig, um das Geschäft am Laufen zu halten, sagte Patt. Er rechnet damit, dass auch 2021 ein anspruchsvolles Jahr sein werde, und dass sich der Tourismus verändern werde. 2022 werde es einen wertigeren Tourismus geben, sagte er.

(AWP)