Bergbaukonzern - Glencore: Abschreibungen lassen Gewinn einbrechen

Der Bergbau- und Rohstoffkonzern Glencore hat 2018 aufgrund von Abschreibungen bei zwei Standorten in Afrika einen Gewinneinbruch um mehr als zwei Fünftel verbucht.
20.02.2019 12:05
Glencore hat seinen Hauptsitz in Baar ZG.
Glencore hat seinen Hauptsitz in Baar ZG.
Bild: Bloomberg

Operativ lief es dem Baarer Konzern deutlich besser. Die Aktionäre erhalten daher eine stabile Dividende, und es ist ein neues Aktienrückkaufprogramm geplant.

Vor allem dank höherer Rohstoffpreise erwirtschaftete Glencore gemäss einer Mitteilung vom Mittwoch deutlich mehr Betriebsgewinn. Der operative Gewinn auf Stufe EBITDA nahm um 8 Prozent auf den Rekordwert von 15,8 Milliarden Dollar zu und der EBIT um ebenfalls 8 Prozent auf 9,1 Milliarden Dollar. Der Betriebsgewinn (EBIT) aus dem Marketing-Geschäft ging um 17 Prozent auf 2,41 Milliarden zurück. Dies liegt am unteren Rand der Langfristspanne von 2,2 bis 3,2 Milliarden Dollar.

Nicht Cash-wirksame Abschreibungen um 1,4 Milliarden Dollar an den Standorten Mutanda im Kongo und Mopani in Sambia liessen den Reingewinn um 41 Prozent auf 3,41 Milliarden Dollar einbrechen. Im Vorjahr waren noch ausserordentliche Gewinne von 1,3 Milliarden Dollar angefallen. Die Nettoverbindlichkeiten stiegen nach Firmenangaben auf 14,7 von 10,2 Milliarden im Jahr zuvor.

Nach einem erfreulichen Start schürten laut den Angaben vor allem ab dem zweiten Halbjahr der stärkere Dollar und die Spannungen im Zusammenhang mit der US-Handelspolitik Unsicherheit und Volatilität. Zudem habe die Sorge um die Nachhaltigkeit des chinesischen Wachstums ebenfalls zugenommen.

Unveränderte Dividende

Dies beeinträchtigte besonders die Stimmung bei den Industriemetallen. Bei den meisten Rohstoffe seien die Preise im Jahresverlauf etwas gesunken. Bei thermischer Kohle blieben die Preise aufgrund anhaltender Nachfrage nach hochwertiger Kohle weitgehend stabil. Insgesamt habe sich die Nachfrage nach den wichtigsten Rohstoffen gut entwickelt.

An die Aktionäre sollen insgesamt rund 2,8 Milliarden oder wie im Vorjahr 0,20 Dollar je Aktie in zwei Tranchen ausgeschüttet werden. Das Aktienrückkaufprogramm solle sich auf 2 Milliarden Dollar belaufen und bis Ende 2019 laufen. "Wir werden proaktiv versuchen, dies im August oder so aufzustocken," wird Konzernchef Ivan Glasenberg in der Mitteilung zitiert. Wenn die Marktbedingungen günstig seien, solle dies durch die Veräusserungen von Anlagen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, unterstützt werden.

Stabile Aussichten

Das Betriebsergebnis aus dem Handelsgeschäft dürfte 2019 in der Mitte des langfristig festgelegten Korridors von 2,2 bis 3,2 Milliarden Dollar liegen, bestätigte Finanzchef Steven Kalmin auf einer Telefonkonferenz das Ziel. Glencore wolle die Förderung gegenüber dem Vorjahr beschleunigen. Die Volumen- und Preisentwicklung deute auf ein EBITDA auf Konzernebene von 15,8 Milliarden Euro hin, sagte Kalmin.

Um vom Übergang zu einer weniger CO2-verbrauchenden Wirtschaft zu profitieren, will der Rohstoffriese aus Baar in den nächsten drei Jahren seine Kohleproduktion auf rund 145 Millionen Tonnen plafonieren, was um rund 10 Prozent über dem Stand von 2018 liege und rund ein Drittel der Überschüsse im Bergbau ausmache.

Konzernchef Ivan Glasenberg nannte als weitere wichtige Ertragsquellen Kupfer, Zink und Nickel. "Unser Rohstoffportfolio und seine Schlüsselrolle beim Übergang von Energie und Mobilität zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft ermöglichen es uns, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken und uns darauf zu fokussieren, dauerhaft einen nachhaltigen Wert für alle unsere Aktionäre zu schaffen", so Konzernchef Glasenberg weiter.

An der leicht höheren Londoner Börse kam der Jahresbericht gut an. Die Glencore-Aktien stiegen um 1 Prozent und setzten damit den Aufwärtstrend des laufenden Jahres fort. Im Vorjahr hatte der Titel einen Viertel seines Werts eingebüsst.

(AWP)