Die Aktien des Spezialchemiekonzerns Evonik steigen in der Spitze um 4,8 Prozent und sind damit auf Kurs zum grössten Tagesplus seit gut drei Monaten. Marktteilnehmer verwiesen am Dienstag auf Übernahmegerüchte in Presseberichten. Mehrere Online-Medien bezogen sich auf den Informationsdienst Dealreporter, demzufolge BASF in diesem Jahr Gespräche über eine mögliche Transaktion mit Evonik geführt habe. Der Dienst habe sich auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen bezogen. Auch der M&A-Informationsdienst Mergermarket habe über Übernahmegerüchte berichtet, sagte ein Analyst.
«Grundsätzlich kommentieren wir keine Marktgerüchte oder Spekulationen», teilte ein BASF-Sprecher auf Anfrage mit. Auch Evonik wollte die Berichte nicht kommentieren. Ankeraktionär von Evonik ist die Essener RAG-Stiftung, die rund 43 Prozent der Anteile hält. Sie will aber ihre Abhängigkeit von der Chemieindustrie verringern und den Anteil perspektivisch auf 25,1 Prozent abschmelzen.
Evonik teilte am Dienstag mit, das Unternehmen werde angesichts der Branchenkrise seinen Umbau auch unter Interimschef Claus Rettig fortsetzen. «Wir werden diese Polykrise nutzen, um alte Strukturen zu ändern und uns besser aufzustellen», sagte Rettig nach einer Strategieklausur von Vorstand und Aufsichtsrat. Der Essener Konzern hatte bereits im Juni angekündigt, bis Ende 2029 rund 3200 Arbeitsplätze zu streichen, 2150 davon in Deutschland.
(Reuters)

