Die Aktie von Siegfried steigt am Montagmorgen 3 Prozent auf 73 Franken. Nachdem der Titel vor ziemlich genau einem Jahr bei 117 Franken ein Rekordhoch erreicht hatte, zeigt die Tendenz beim Kurs seither mehrheitlich nach unten. 

Doch nun soll die Wende kommen. Dieser Meinung ist Bernstein SG, ein Joint Venture zwischen der französischen Grossbank Société Générale (SG) und dem Vermögensverwalter AllianceBernstein. Der zuständige Analyst erhöhte das Kursziel für die Siegfried-Aktie auf nicht weniger als 140 von zuvor 126 Franken. Das entspricht einer Kursverdoppelung. Die Anlageempfehlung wurde bei «Outperform» belassen.

Die positiven Aussichten betreffen die Übernahme von drei Standorten für Wirkstoffe in den USA und Australien, welche Siegfried im Januar bekannt gegeben hatte. Der Auftragshersteller will damit seine Produktionskapazitäten für kleine Moleküle in den Vereinigten Staaten ausbauen. Die drei Standorte mit zusammen rund 400 Beschäftigten sollen das US-Netzwerk des Unternehmens in Wilmington, Athens und Westbury ergänzen.

Ende August sprach Firmenchef Marcel Imwinkelried von einer guten Entwicklung der per Anfang Mai neu erworbenen Produktionskapazitäten in den USA. «Seit dem Tag, an dem wir die Akquisition ankündigten, klingeln unsere Telefone andauernd.» Man sehe ein «sehr hohes und konkretes Interesse» an den Kapazitäten - gerade auch von Top-Pharmafirmen.

Das relativiert der Bernstein-Analyst ein wenig. Er ist sich bewusst, dass die Übernahme der US-Werke bislang noch keinen Impuls gegeben habe, gibt der Bernstein-Analyst zu.

Nach einem Gespräch mit dem Finanzchef des Unternehmens ist er jetzt aber der Ansicht, dass diese Transaktion die Führungsposition von Siegfried und damit die Fähigkeit des Unternehmens stärke, Marktanteile in einem Markt mit hohen Eintrittsbarrieren und robuster langfristiger Nachfrage zu gewinnen. Vor diesem Hintergrund sei das Label «Qualitätswachstum» der Aktie nach wie vor fest intakt, wie er schreibt.

Für die Jahre 2026 bis 2031 hat der Analyst seine Umsatzprognose nun um 6 bis 11 Prozent angehoben. Ebenso erhöhte er seine Schätzungen für den Gewinn auf Stufe Ebitda für den gleichen Zeitraum um 5 bis 10 Prozent.

(cash)