Big Pharma - Roche erhält US-Zulassung für Gavreto bei Lungenkrebs

Die Roche-Tochter Genentech hat für das Medikament Gavreto (Pralsetinib) die Zulassung durch die US-Behörde FDA erhalten.
07.09.2020 09:15
Das Roche-Logo an einem Gebäude beim Bahnhof Basel.
Das Roche-Logo an einem Gebäude beim Bahnhof Basel.
Bild: cash

Diese sei zur Behandlung mit dem Wirkstoff bei Erwachsenen mit einem bestimmten Lungenkrebs erteilt worden, teilte das Unternehmen am Wochenende mit.

Konkret gelte die Zulassung für metastasierenden RET-fusion-positiver nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC), der nach einer Chemotherapie auf Platinbasis weiter fortgeschritten sei, so die Mitteilung weiter. Sie sei auf Basis der Studie Arrow erteilt worden. Gavreto sei somit das sechste von der FDA zugelassene Medikament im Portfolio von Roche zur Behandlung von Lungenkrebs.

Zugleich habe die Zulassungsbehörde FDA für den Wirkstoff ein priorisiertes Zulassungsverfahren (Priority Review) für zwei Arten von Schilddrüsenkrebs erteilt.

Positive Reaktion von Analysten

In Analystenkreisen kommt die Zulassung grundsätzlich gut an. Roche werde zwar den Fokus von der Onkologie mehr in Richtung Neurologie verlagern, was aber nicht heisse, dass sich der "Primus" ganz von diesem Therapiegebiet verabschiede, schreibt Michael Nawrath von der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Solche "Targeted Therapies" wie Gavreto hätten eine gute Wirksamkeit und eine lang anhaltende Dauer des Therapieeffekts.

Sie würden den Patienten ausserdem oral verabreicht, was einfach und unkompliziert sei. Zwar seien die entsprechenden Zielmärkte zumeist nicht gross, jedoch könnten die Ärzte aufgrund der Patientenselektion mit entsprechenden Biomarkertests sehr gezielt vorgehen. Roche werde daher einen hohen Preis veranschlagen können, im Einsatz gegen mehrere Krebsarten sei ein Umsatz im Peak von bis zu 800 Millionen Franken möglich.

In Konkurrenz mit Retevmo

Auch bei der Bank Vontobel gibt es Lob für Roche. Die Zulassung von Gavreto sei eine gute Nachricht für Patienten mit dieser schwer zu behandelnden Krankheit. Im Wettbewerb gegen das Mittel Retevmo von Eli Lilly und aufgrund der notwendigen Gewinnaufteilung mit dem Partner Blueprint sehe er derzeit allerdings eher ein begrenztes Umsatzpotenzial für Roche, heisst es weiter.

Lilly habe für Retevmo nämlich bereits im Mai 2020 die Zulassung durch die Gesundheitsbehörde FDA erhalten. Da Retevmo in den klinischen Studien vergleichbare Ansprechraten gezeigt habe, hätten Roche und Blueprint somit einen zeitlichen Rückstand auf die Konkurrenz, den es nun aufzuholen gelte.

An der Börse sorgen die Neuigkeiten nicht gerade für Begeisterungsstürme. Zwar notieren die Genussscheine von Roche am Montag in einem festeren Gesamtmarkt ebenfalls im Plus. Allerdings hinken sie um 09.10 Uhr dem Gesamtmarkt (SMI +0,73%) hinterher. Die Valoren stehen nur 0,3 Prozent höher bei 318,30 Franken.

(AWP)

 
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