Bilanzskandal - Wirecard-Milliarden befinden sich laut philippinischer Zentralbank nicht im Land

Die in der Bilanz des Zahlungsabwicklers Wirecard fehlenden 1,9 Milliarden Euro befinden sich offenbar nicht auf den Philippinen - wie von Wirecard behauptet.
21.06.2020 10:18
Hauptsitz der Wirecard AG in Aschheim bei München (DE).
Hauptsitz der Wirecard AG in Aschheim bei München (DE).
Bild: imago images / Lackovic

"Der erste Bericht besagt, dass kein Geld auf die Philippinen gelangt ist", erklärte Benjamin Diokno, Präsident der Bangko Sentral ng Pilipinas. Die Zentralbank untersuche den Fall weiter.

Am Freitag hatten zwei philippinische Banken dementiert, dass Wirecard Konten bei ihnen unterhält. "Wirecard ist kein Kunde von uns", hatten die BDO Unibank und die Bank of the Philippine Islands (BPI) erklärt. Dokumente, die externe Prüfer von Wirecard vorgelegt hätten, seien gefälscht, teilte BPI mit. Man werde den Fall weiter untersuchen. BDO erklärte, Papiere, die ein Konto von Wirecard bei der Bank bestätigen sollten, trügen gefälschte Unterschriften von Bankenvertretern.

Wirecard hatte am Donnerstag die Veröffentlichung des lange erwarteten Jahresabschlusses 2019 zum vierten Mal verschoben mit der Begründung, dass der Abschlussprüfer EY keine Hinweise auf die Existenz von Guthaben über 1,9 Milliarden Euro gefunden hat. Der Betrag entspricht rund einem Viertel der Bilanzsumme.

(Reuters)