Biotechnologie - Halluzinogene-Startup aus Berlin wird mit 2 Milliarden Dollar bewertet

Atai Life Sciences, ein deutsches Startup, das nach Möglichkeiten sucht, Halluzinogene zur Behandlung von psychischen Störungen einzusetzen, wurde in der jüngsten Finanzierungsrunde mit rund 2 Milliarden Dollar bewertet.
06.03.2021 05:00
Psilocybinhaltige Pilze sind eine Gruppe psychoaktiver Pilze, die auch als Zauberpilze, magic mushrooms oder halluzinogene Pilze bezeichnet werden.
Psilocybinhaltige Pilze sind eine Gruppe psychoaktiver Pilze, die auch als Zauberpilze, magic mushrooms oder halluzinogene Pilze bezeichnet werden.
Bild: imago images / Westend61

Atai aus Berlin plant, Credit Suisse und Citigroup für einen möglichen Börsengang in den USA zu engagieren, so die Personen, die nicht identifiziert werden wollten, da die Informationen privat sind.

Das Unternehmen bestätigte in einer Erklärung, dass es in einer Serie D-Finanzierungsrunde 157 Millionen Dollar eingesammelt hat. Angeführt wurde die Runde von Gründer Christian Angermayer und Thiel Capital, der Investmentfirma von Tech-Milliardär Peter Thiel. Als neuer Investor ist unter anderem der Biotechnologiefonds Woodline Partners dabei.

Ein Sprecher von Atai lehnte einen Kommentar zur Bewertung des Unternehmens oder zu möglichen Börsenplänen ab, Vertreter der Credit Suisse und der Citigroup ebenso.

Halluzinogene Substanzen wie Psilocybin, einst als Pilz-Droge für Hippies abgestempelt, sind in den letzten Jahren bei der Behandlung von Depressionen und anderen Erkrankungen ins Rampenlicht gerückt. Atai hält eine Beteiligung an dem britischen Psilocybinentwickler Compass Pathways. Angermayer, ein 42-Jahre alter deutscher Investor, ist einer der Verfechter ihre nützlichen Eigenschaften.

"Momente wie dieser zeigen, wie wichtig unsere Arbeit ist" für die Suche nach alternativen Behandlung bei psychischer Störungen, sagte er in einer Mitteilung.

Atai sucht nach Behandlungsoptionen für Menschen mit Depressionen, Angstzuständen, Sucht und andere psychische Störungen. Der Erlös aus der Finanzierungsrunde wird in den Ausbau der Entwicklungspipeline von Atai gesteckt. Das Unternehmen hat mehr als ein Dutzend Medikamentenkandidaten in Studien, darunter auch Ibogaine, ein alter Wirkstoff aus einer Pflanze aus Afrika, der womöglich Süchtigen helfen kann.

(Bloomberg)