Börse - Asiens Kleinanleger rüsten sich für Nach-Corona-Rally

Der durch die Coronavirus-Pandemie ausgelöste weltweite Börsencrash der vergangenen Wochen versetzt asiatische Kleinanleger offenbar in Goldgräber-Stimmung.
28.03.2020 04:10
Ein chinesischer Anleger vergleicht die Börsenkurse.
Ein chinesischer Anleger vergleicht die Börsenkurse.
Bild: Bloomberg

Den weiter steigenden Infektionszahlen und Gewinnwarnungen der Unternehmen zum Trotz können sich die dortigen Broker kaum vor Neukunden retten. "Die Leute hatten auf einen Kursrücksetzer gewartet", sagte Chris Brankin, Singapur-Chef des US-Brokerhauses TD Ameritrade. "Den haben sie bekommen." Die Depot-Neueröffnungen in seinem Haus seien im vergangenen Monat um 50 Prozent gestiegen. Das sei der beste Wert seit Eröffnung des Ablegers vor neun Jahren. Indische und südkoreanische Aktienhändler vermeldeten ebenfalls Rekord-Kundenzuläufe.

Wegen des weitgehenden Stillstands der Weltwirtschaft zur Bekämpfung des Covid-19-Erregers ist die Marktkapitalisierung der weltweiten Aktienmärkte um zwölf Billionen Dollar geschrumpft. Dies entspricht dem Dreifachen der jährlichen Wirtschaftsleistung Deutschlands.

Dies katapultierte Google Trends zufolge die Internet-Suchanfragen nach dem Schnäppchenjäger-Motto "Buy the dip" ("Nutze den Rücksetzer zum Einstieg") am Mittwoch auf ein Rekordhoch. Vor allem in den Ländern, deren Börsen zuletzt überdurchschnittlich stark gefallen waren, plündern Kleinanleger ihre Sparstrümpfe oder nehmen Kredite auf, um zu spekulieren.

Kleinanleger wollen schnellen Profit

"Das ist die beste Gelegenheit seit zehn Jahren, um in den Aktienmarkt einzusteigen", sagte die 40-jährige Büro-Angestellte Cho Hyun-suk. "Ich plane ein großes Investment mit meinem Ersparten." Eine Summe nannte sie nicht.

Viele dieser Kleinanleger seien auf schnellen Profit aus, sagt Louis Tse, Geschäftsführer des Hongkonger Vermögensverwalters VC. "Das ist nicht der Investment-Stil eines Warren Buffett." Der erfahrene US-Börsenstar ist dafür bekannt, Beteiligungen über einen langen Zeitraum zu halten.

"Es ist aber absolut unmöglich vorherzusagen, wann die Talsohle erreicht ist", warnte Howard Marks, Gründer des Vermögensverwalters Oaktree in einem Rundschreiben an Kunden. "Ich glaube zwar, dass dies eine gute Zeit für ein Investment ist, aber vielleicht wird es sich nicht als die beste herausstellen."

(Reuters)