Börse - «Besorgniserregendes Zahlenset» - CS-Aktien nach Quartalsverlust und Management-Abgängen tiefer

Die Aktien der Credit Suisse gehören am Mittwoch im frühen Handel zu den schwächeren SMI-Titeln. Der Verlust fiel etwas höher aus als von Analysten befürchtet.
27.04.2022 10:11
Vermögensverwaltung und Investmentbank: Die Credit Suisse ist die Nummer Zwei der Schweizer Banken.
Vermögensverwaltung und Investmentbank: Die Credit Suisse ist die Nummer Zwei der Schweizer Banken.
Bild: imago images / Geisser

Credit Suisse verlieren gegen 10 Uhr 0,3 Prozent auf 6,578 Franken nach, während der SMI 0,1 Prozent höher notiert. Die CS-Aktie hatte nach Handelsbeginn allerdings um über 1 Prozent im Minus notiert.

Die Titel stehen damit seit Anfang Jahr mehr als ein Viertel tiefer, notieren aber noch über den Jahrestiefstkursen von Anfang März bei 6,206 Franken. Die Gewinnwarnung hatte den Rückgang der letzten Wochen bereits beschleunigt. 

UBS verlieren zeitgleich lediglich 0,4 Prozent. Die Konkurrentin hatte am Tag zuvor Q1-Zahlen präsentiert, und die Aktien waren wenig verändert aus dem Handel gegangen.

Analysten kritisch

Von einem "besorgniserregenden Zahlenset" mit stark verfehlten Prognosen für die bereinigten Ergebnisse und bezüglich Kapital schreibt Jefferies. Die operative Geschäftsentwicklung sei eine klare Enttäuschung - und das abermals nach dem vierten Quartal 2021, schreibt auch Vontobel. Die CS habe zwar bereits in Aussicht gestellt, dass das laufende Jahr ein Übergangsjahr werde. Der Jahresstart 2022 sei aber sehr schwach gewesen und ein starker Kontrast zum Ergebnis der UBS.

Insbesondere auch die Ertragsentwicklung sorgt in Expertenkreisen für Enttäuschung. Die Ertragsschwäche ziehe sich mit Ausnahme der Swiss Universal Bank durch sämtliche Geschäftsbereiche hindurch, lautet der Tenor. Analysten sehen darin zwar einerseits auch eine Folge der Reduktion von Risiken, andererseits aber Anhaltspunkte für mögliche Marktanteilsverluste.

Vorsichtiger Ausblick

Etwa die UBS stösst sich an den stark rückläufigen Erträgen. Einziger Lichtblick sei aber der Zufluss an neuen Kundengeldern.

Zudem ist der Ausblick nach Ansicht der Marktbeobachter sehr vorsichtig. Ein ZKB-Analyst hält fest, der Credit Suisse blase der Gegenwind deutlich stärker ins Gesicht als dem lokalen Konkurrenten UBS.

Nicht sonderlich überrascht zeigt man sich derweil von den Veränderungen in der Geschäftsleitung, nachdem darüber bereits in der Presse spekuliert worden war. Der Rücktritt des langjährigen Finanzchefs habe aber durchaus eine gewisse Signalwirkung, heisst es bei Kepler Cheuvreux.

(AWP)