Börse - «Das ist ermutigend»: Firmeninsider trotzen Krisenangst und gehen auf Schnäppchenjagd

Anleger, die aus Angst vor einer Rezession derzeit Aktien meiden, sollten einen Blick auf die Kauflaune der Unternehmenslenker in den USA wagen.
26.05.2022 11:26
Ein Händler an der New York Stock Exchange (NYSE).
Ein Händler an der New York Stock Exchange (NYSE).
Bild: IMAGO / Xinhua

Meldepflichtige Firmeninsider hatten bereits die Talsohle des Bärenmarktes im Jahr 2020 durch vermehrte Käufe von Aktien ihrer eigenen Unternehmen korrekt angekündigt. Jetzt sind sie wieder auf Schnäppchenjagd.

Mehr als 1100 Führungskräfte und leitende Angestellte von Unternehmen haben im Mai Aktien ihrer Firmen gekauft. Damit lag ihre Zahl erstmals seit März 2020, dem Beginn der Pandemie, wieder über der der Verkäufer, so vom Washington Service zusammengestellten Daten. Und das in einer Phase, wo Anleger generell Geld aus Aktienfonds abziehen.

Der Erfolg vom Kaufen bei Kursschwäche könnte davon abhängen, wie viel Vertrauen man in die derzeitigen Gewinnprognosen setzt. Auf Basis aktueller Schätzungen handelt der Index etwa beim 16-fachen der Gewinne - und ist damit im historischen Vergleich günstig bewertet.

Craig Callahan, Chief Executive Officer bei Icon Advisers sagt, Investoren bewegen sich typischerweise auf der Makroebene, während Insider auf Unternehmensebene den Finger am Puls und die Fundamentaldaten ihrer Firmen vor Augen haben. “Wir glauben, dass die fundamentale Sichtweise des Unternehmens in der Regel richtig ist."

Aktienrückkäufe steigen

Bemerkenswert ist, dass das Kauf-Verkaufs-Verhältnis von Insidern im August 2015 und Ende 2018 ebenfalls sprunghaft anstieg. In ersterem Fall passierte das kurz vor einer Bodenbildung, in zweiterem fiel es damit zusammenfiel. Das Verhältnis ist in diesem Monat auf 1,04 angestiegen, von 0,43 im April.

Doch nicht nur die Käufe von Insidern nehmen im Verhältnis zu den Verkäufen zu, Unternehmen geben auch mehr Geld aus, um eigenen Aktien zurückzukaufen: Seit Januar haben amerikanische Unternehmen Rückkaufpläne im Wert von 666 Milliarden Dollar angekündigt, 19 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt letztes Jahr, so von Birinyi Associates zusammengestellten Daten.

“Das ist insofern ermutigend, als dass sie genug Vertrauen in ihr Geschäft haben, um mehr Geld zu investieren”, sagte John Carey, Managing Director und Portfoliomanager bei Amundi Asset Management. “Wir werden sehen, ob dieser Trend anhält und ob die Insiderkäufe anhalten, aber im allgemein ist das ein positives Zeichen.”

(Bloomberg)