Börse - Die Magie ist verflogen: Investoren wenden sich von Cathie Wood ab

Nach einem miserablen Start ins Jahr wenden sich die Anleger von Woods Flaggschiff ARK Innovation ETF ab. Auch ihre anderen Fonds verlieren.
15.01.2022 15:45
Catherine D "Cathie" Wood, Gründerin und CEO von ARK Investment Management.
Catherine D "Cathie" Wood, Gründerin und CEO von ARK Investment Management.
Bild: Bloomberg

Die Loyalität der Cathie-Wood-Fans könnte endgültig schwinden, jetzt wo das Blutbad bei den spekulativen Technologieaktien der Star-Geldmanagerin einen miserablen Start ins Jahr 2022 beschert.

Investoren zogen am Mittwoch 352 Millionen Dollar aus Woods Flaggschiff ARK Innovation ETF (Ticker ARKK) ab, wie aus den von "Bloomberg" zusammengestellten Daten hervorgeht. Das war der grösste Abfluss seit März. 

Die Abflüsse erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem ARKK auf dem niedrigsten Stand seit etwa 18 Monaten steht. Der wichtigste börsengehandelte Fonds von ARK Investment Management ist seit Jahresbeginn um mehr als 15 Prozent gesunken, da Top-Positionen wie Roku, Zoom Video Communications und Teladoc Health vom Tech-Absturz erfasst wurden.

Obwohl der Abfluss im Vergleich zum Gesamtvermögen von ARK gering ist – die neun ETFs des Unternehmens umfassen immer noch rund 25 Milliarden Dollar – markiert er einen potenziellen Wendepunkt für eine Investorenbasis, die bisher kaum in ihrer Unterstützung für Wood und das von ihr 2014 gegründete Unternehmen ins Wanken geraten ist. Der Abfluss bei ARKK war der drittgrösste in der Geschichte des Fonds; als der Fonds das letzte Mal über 300 Millionen Dollar verlor, wurde er 44 Prozent höher gehandelt.

Ende der Niedrigzinspolitik

Die Marktbedingungen werden für die von Wood geliebten disruptiven Tech-Unternehmen immer feindlicher. Die hohe Inflation hat die US-Notenbank zu einer radikalen Wende veranlasst, die das Ende der Stimulierungsmassnahmen der Pandemie-Ära und der ultraniedrigen Zinsen bedeutet, die die Aktienbewertungen in die Höhe getrieben haben. Die Anleger ziehen sich aus spekulativen Wetten und Wachstumsunternehmen zurück, deren Gewinnpotenzial in der Zukunft liegt – genau die Art von Aktien, die von ARK bevorzugt werden.

"Starke Abflüsse aus einem Fonds, ob aktiv oder passiv, können ein Zeichen dafür sein, dass das Vertrauen der Anleger in Wachstum und dynamisches Investieren schwindet", so Russ Mould, Investment Director bei AJ Bell. "In Verbindung mit der Schwäche von Kryptowährungen, Meme-Aktien wie GameStop und AMC Entertainment und einer starken Rallye bei Energie- und Finanztiteln hat man das Gefühl, dass sich die Marktstimmung ändert."

Vom Allzeithoch 50 Prozent gefallen

ARKK ist jetzt etwa 50 Prozent von seinem Allzeithoch im Februar letzten Jahres zurückgefallen. Dennoch sind viele Anleger – die Milliarden in den Fonds gesteckt haben, nachdem er 2020 eine Rendite von mehr als 150 Prozent erzielte – dem Fonds treu geblieben, obwohl sie Geld verloren haben. 

Das Fondsvermögen ist seit dem Höchststand um etwa 15 Milliarden Dollar zurückgegangen, aber nur etwa 1,1 Milliarden Dollar davon sind auf Nettoabflüsse zurückzuführen – der Rest des Rückgangs ist der Wertentwicklung geschuldet. Der börsengehandelte Fonds wird jetzt deutlich unter dem geschätzten durchschnittlichen Kaufpreis seit Auflegung gehandelt.

Alle ARK-Fonds im Minus

Woods Botschaft ist, dass der Anlagehorizont des Unternehmens mindestens fünf Jahre beträgt und dass das Potenzial der innovativen Unternehmen, auf die ARK abzielt, enorm sei. Das Unternehmen hat regelmässig Rückschläge genutzt, um seine Position aufzustocken, auch wenn sich einige an der Wall Street über das Konzentrationsrisiko sorgen.

Doch die zuletzt miserable Entwicklung scheint sich im Jahr 2022 noch zu verschlimmern, und alle in den USA notierten ARK-ETFs liegen bisher im Minus. Am schlechtesten schnitt der ARK Genomic Revolution ETF (ARKG) mit einem Rückgang von 17 Prozent ab. Am besten schnitt der ARK Israel Innovative Technology ETF (IZRL) ab, der 5 Prozent verlor. Neben ARKK haben die anderen acht Fonds am Mittwoch zusammen fast 50 Millionen Dollar verloren.

(Bloomberg/gku/HZ)

Dieser Artikel erschien zuerst bei handelszeitung.ch mit dem Titel: "Die Magie ist verflogen: Cathie Wood verliert Investorengelder".