Stefan Hartung lege sein Amt als CEO am kommenden Dienstag (30. Juni) auf eigenen Wunsch nieder, teilte der Stiftungskonzern am Freitag in Stuttgart mit. Dabei war der Vertrag des heute 60-Jährigen erst im vergangenen Jahr bis 2031 verlängert worden. Sein Nachfolger wird zum 1. Juli der Chef der Konsumgütersparte (BSH Hausgeräte, Elektrowerkzeuge), Christian Fischer.
Der 58-Jährige ist seit Hartungs Amtsantritt dessen Stellvertreter. Sein Vertrag läuft bis in die 2030er Jahre, wie eine Bosch-Sprecherin sagte. Er war massgeblich an der Übernahme des Lüftungs- und Klima-Geschäfts von Johnson Controls und Hitachi beteiligt, dem mit acht Milliarden Dollar grössten Zukauf der Firmengeschichte.
«Er wird die Umsetzung der Strategie konsequent vorantreiben, um das Unternehmen in Zeiten multipler Herausforderungen in seinen Märkten weiter zukunftsfest zu machen», sagte Aufsichtsratschef Stefan Asenkerschbaumer. «Christian Fischer hat in den vergangenen Jahren bewiesen, dass er strategisch denkt, unternehmerisch handelt und weitsichtig führt.» Fischer hatte nach einem Wirtschaftsstudium 1996 als Trainee bei Bosch angefangen und später zwölf Jahre lang für andere Unternehmen gearbeitet, ehe er 2018 als Mitglied der Geschäftsführung zurückkehrte. Dort ist er unter anderem für die Hausgeräte-Tochter BSH und die Werkzeug-Sparte zuständig.
Hartung führt Bosch seit Anfang 2022. Der promovierte Maschinenbauer begann seine Karriere bei Bosch 2004 bei der Hausgeräte-Tochter BSH. Mit der Berufung zum Chef der Autozuliefer-Sparte 2019 war der Weg des Dortmunders an die Spitze vorgezeichnet. Als Konzernchef meisterte Hartung eine Krise nach der anderen: Corona-Pandemie und Chip-Mangel, der unerwartet langsame Hochlauf der Elektromobilität und die kostspielige US-Zollpolitik, mit der die Autoindustrie - die wichtigsten Kunden von Bosch - in die Krise schlitterte. Das alles führte zu einem massiven Personalabbau. Hartung gehe aus persönlichen Gründen, sagte eine Bosch-Sprecherin. Aus seiner Sicht sei es der richtige Zeitpunkt. «Es waren sehr intensive Jahre.» Hartung wolle sich nun gesellschaftlich und als Unternehmer engagieren.
Sein Nachfolger Fischer bekommt gleich zwei Stellvertreter: Finanzchef Markus Forschner und Markus Heyn, derzeit Chef der dominierenden Autozuliefer-Sparte. Der promovierte Maschinenbauer aus Aachen ist mit 61 Jahren drei Jahre älter als Fischer.
(Reuters)

