Zugleich eskaliere Russland seine hybride Kriegsführung gegen die Verbündeten der Ukraine, sagte MI5-Generaldirektor Ken McCallum am Dienstag in seiner jährlichen Rede über die Bedrohungslage für Grossbritannien. Der britische Premierminister Andy Burnham hatte am Montag erklärt, Teheran stecke «höchstwahrscheinlich» hinter einem mutmasslichen Anschlagsplan auf den Luftwaffenstützpunkt RAF Fairford, der von US-Bombern für Angriffe auf den Iran genutzt worden war. Der Iran hat eine Verwicklung in den Vorfall zurückgewiesen.
Geheimdienstchef McCallum sagte, er könne sich wegen der laufenden Ermittlungen nicht zu dem Vorfall in Fairford äussern. Es habe in diesem Jahr jedoch eine deutliche Verlagerung der «iranischen Ambitionen auf härtere Ziele wie Militärstandorte» gegeben. Der Vorfall auf dem RAF-Flugplatz Fairford sei kein Einzelfall. «Es gab bereits andere Beispiele, nicht nur in Grossbritannien, sondern weltweit.»
Russland, das ebenfalls eine Beteiligung an feindseligen Handlungen in Grossbritannien bestreitet, bleibe der «Aggressor Nummer eins», sagte der Geheimdienstchef. Er verwies auf Taktiken Russlands, die knapp unterhalb eines konventionellen Konflikts lägen.
Als Beispiele nannte er den versuchten Drohnenangriff auf ein Frachtflugzeug am Flughafen Leipzig und einen Cyberangriff auf die polnische Energieinfrastruktur. «Es ist kein Zufall, dass russische Aggressoren versuchen, andere europäische Länder zu verunsichern, zu einer Zeit, in der ihre militärischen Fortschritte in der Ukraine minimal und schrecklich kostspielig sind», sagte McCallum.
McCallum sagte zudem, die Bedrohung durch Staaten habe sich in den vergangenen zehn Jahren vervierfacht. Seine Organisation wende für dieses Thema inzwischen mehr Mittel auf als während des Kalten Krieges. Als grösste Sorge beim Missbrauch von Künstlicher Intelligenz (KI) nannte er die Möglichkeit, dass Terroristen Biowaffen entwickeln oder sogar neuartige Krankheitserreger schaffen könnten.
(Reuters)

