Getrieben vom Boom beim Bau ‌von ⁠Rechenzentren kletterte der Auftragseingang im dritten Quartal ⁠um 40 Prozent auf 12,06 Milliarden Dollar, wie das ‌Schweizer Unternehmen am Dienstag mitteilte. Im ‌zweiten Quartal hatte ​ABB ein Bestellungsplus von bereinigt 28 Prozent verbucht, im ersten Quartal von 24 Prozent. In der grössten und profitabelsten Sparte Elektrifizierung schoss der Auftragseingang ‌im Sommer gar um 70 Prozent hoch.

Der operative Gewinn nahm im Vergleich zum Umsatz leicht überproportional zu, entsprechend verbesserte sich auch die Profitabilität. Die operative Marge (EBITA) lag um 1,6 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert bei 20,8 Prozent und damit eher im oberen Bereich der Zielspanne von 18 bis 22 Prozent. Den Anstieg führt ABB auf Verbesserungen in zwei der drei Geschäftsbereichen, geringere Verluste im Emobility-Geschäft und niedrigere Aufwendungen beim Konzernaufwand zurück.

Der Reingewinn lag bei 1,18 Milliarden Dollar und damit um 2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Die bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr 2026 wurden leicht nach oben angepasst. Neu peilt der Konzern ein vergleichbares Umsatzwachstum im unteren «Teens»-Bereich (bisher: im niedrigen zweistelligen bis unteren «Teens»-Bereich) an. Die operative EBITA-Marge sollte sich im Vergleich zum Vorjahr um mindestens 270 Basispunkte erhöhen. Bisher wurde keine konkrete Ziffer für das Ausmass der Zunahme genannt.

Zudem gründe ABB ein Gemeinschaftsunternehmen mit Mitsubishi Electric, in ​das dessen ausgegliedertes Produktgeschäft für Niederspannungs-Energieverteilung ​eingebracht werde. Das Joint Venture ​werde sich auf Niederspannungsprodukte für Märkte in Asien konzentrieren.

Für umgerechnet rund 495 Millionen Dollar werde ABB eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an dem neu ​formierten ​Unternehmen erwerben und ⁠zudem die damit verbundenen Vertriebsaktivitäten von ​Mitsubishi Electric für Niederspannungs-Energieverteilungsprodukte ⁠ausserhalb Japans komplett übernehmen. Die Transaktion werde ‌voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2027 abgeschlossen. ABB habe mittelfristig eine Option auf ‌eine vollständige Übernahme der verbleibenden Anteile.

(Reuters/AWP)