Die Politikerin gehört dem Lager des als russlandfreundlich geltenden Regierungschefs ⁠Rumen Radew an. Wie die Wahlkommission am Montag mitteilte, kommt Jotowa nach ‌Auszählung von 99,95 Prozent der Wahlkreise auf fast ‌57,6 Prozent der Stimmen. ​Ihr Konkurrent, der frühere Interimsregierungschef Andrej Gjurow, liegt demnach bei knapp 39,5 Prozent. Gjurow wird von pro-westlichen und reformorientierten Parteien unterstützt. Im ersten Wahlgang hatte Jotowa zwar die meisten Stimmen erhalten, die absolute Mehrheit ‌jedoch verfehlt.

Die Wahl zu dem weitgehend repräsentativen Amt fand vor dem Hintergrund von Drohnenangriffen vor der bulgarischen Küste statt. Dort waren ​in den vergangenen Wochen Behördenangaben zufolge mindestens sechs Handelsschiffe ​von Drohnen attackiert worden. Dies schürte ​Sorgen in dem EU- und Nato-Land vor einer Ausweitung des Ukraine-Kriegs. Die ‌Ukraine macht Russland für die Angriffe verantwortlich. Auch der bulgarische Regierungschef Radew erklärte, die Attacken schienen für Russland von Vorteil zu sein. Moskau ​wies ​eine Verantwortung jedoch zurück. ⁠Beide Präsidentschaftskandidaten hatten die Angriffe verurteilt und ein ​diplomatisches Ende des Krieges ⁠gefordert.

Sollte das amtliche Endergebnis Jotowas Sieg bestätigen, wäre sie die ‌erste direkt gewählte Präsidentin Bulgariens. Sie hatte das Amt im Januar kommissarisch übernommen, nachdem Radew zurückgetreten war, um ‌bei der Parlamentswahl im April anzutreten. Er gewann ​mit einem russlandfreundlichen Programm.

(Reuters)