Ein massiver Kurssturz am Dienstag bei den Speicherchip-Giganten Samsung Electronics (minus 7 Prozent) und SK Hynix (minus 10 Prozent) verunsichert Tech-Anleger weltweit - und dies in einer Zeit, in der die Investoren auf die Quartalszahlen der Unternehmen warten. Der Kursrutsch bei Halbleiteraktien liess den stark von der Chipbranche geprägten südkoreanischen Leitindex Kospi zeitweise um mehr als 7 Prozent einbrechen, da die Sorgen vor einer Überhitzung des KI-Booms und der Konkurrenz aus China zunahmen.

Der Kospi liegt nun ein Drittel unter seinem im Juni erreichten Rekordhoch und unter seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt. Ausländische Investoren beschleunigten ihren Rückzug und verkauften am Dienstag Kospi-Aktien im Wert von 3,4 Milliarden US-Dollar - das höchste Volumen seit Juni.

Nasdaq-100-Futures geben am Dienstag um 0,5 Prozent nach. Ein börsengehandelter Fonds (ETF), der Chip-Aktien abbildet, steuerte auf den sechsten Verlusttag in Folge zu. 

Allgemeine Zweifel an der Dauerhaftigkeit des KI-Booms lasten weiterhin auf den Aktien der Branche, nachdem in der vergangenen Woche der geplante Börsengang von Firmus Grid - einem von Nvidia unterstützten Rechenzentrumsbetreiber - gescheitert war. Broadcom-CEO Hock Tan äusserte zudem die Ansicht, dass die Finanzierung ein grösseres Problem darstellen könnte als der Chipmangel.

«Viele Investoren haben keine Ahnung, worin sie eigentlich investieren», sagte der Chef des US-Chipherstellers auf einer Veranstaltung in Singapur. Sie «hegen extrem hohe Erwartungen, nur um dann festzustellen, dass es fast so zugeht wie in einem Casino». Die in dieser Woche anstehenden Quartalszahlen von ASML und Taiwan Semiconductor Manufacturing werden Investoren dabei helfen einzuschätzen, wie lange das enorme Gewinnwachstum noch anhalten kann.

«Die Ungewissheit darüber, ob der Aufschwung bis ins Jahr 2028 und darüber hinaus anhalten kann, scheint die Bewertungen und Aktienkurse» der koreanischen Chiphersteller zu belasten, sagte Ha Seok-Keun, Chief Investment Officer bei Eugene Asset Management.

«Hersteller von Speicherchips stehen unter Druck durch die zunehmende Konkurrenz aus China. Immer mehr Stimmen in der Branche warnen vor einer Blase», fügte Wolf von Rotberg von der Bank J. Safra Sarasin an. «Die Volatilität im Technologiesektor macht eine Bestätigung der Investitionsprognosen (Capex) der Hyperscaler umso wichtiger.»

Generell deuten von Bloomberg Intelligence zusammengestellte Daten darauf hin, dass die Unternehmen des S&P 500 im dritten Quartal voraussichtlich einen Gewinnsprung von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnen werden. Angesichts der hohen Erwartungen dürfte das Gewinnwachstum allein jedoch womöglich nicht ausreichen, um die Aktienkurse nach oben zu treiben, so Linh Tran von XS.com.

«Anleger werden genau darauf achten, in welchem ​​Ausmass die Ergebnisse die Prognosen übertreffen und ob die Unternehmen ihr Wachstum aufrechterhalten können – etwa im Hinblick auf Umsatz, Gewinnmargen und den Geschäftsausblick für die kommenden Quartale», sagte Tran.

(Bloomberg/cash)

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