Charttechnik - Legt der SMI bald wieder den Rückwärtsgang ein?

Nachdem sich der SMI seit Mitte März um fast 30 Prozent erholt hat, geht ein bekannter Charttechnikexperte bis Ende Juni von einem deutlichen Rücksetzer aus.
02.06.2020 10:05
Von Lorenz Burkhalter
Dem SMI droht aus technischer Sicht ein Rückschlag.
Dem SMI droht aus technischer Sicht ein Rückschlag.
Bild: pixabay.com

Am heutigen Dienstag steigt der Swiss Market Index (SMI) wieder in die Nähe von 10'000 Punkten. Für Charttechniker liegt die eigentliche Hürde allerdings nicht bei den genannten 10'000 Punkten, die es zu nehmen gibt, sondern erst bei 10'076 Zählern. Dort verläuft beim Börsenbarometer der gleitende 200-Tage-Durchschnitt.

Als Faustregel gilt: Notiert ein Aktienindex über seinem 200-Tage-Durchschnitt, sind die Vorzeichen auch künftig positiv. Verharrt er knapp darunter, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Rücksetzers.

Ein Anstieg auf über 10'076 SMI-Punkte würde alles ändern

Und genau damit rechnet der für Kepler Cheuvreux tätige Charttechnikexperte. Nachdem sich der SMI seit Mitte März um fast 30 Prozent erholt und sein damals definiertes Ziel von 9915 Punkten erreicht hat, geht der Analyst über die kommenden Wochen von einem grösseren Rücksetzer aus.

Dies könnte den SMI bis Ende Juni in die Region von 8800 Punkten zurückfallen lassen und die Hälfte der seit Mitte März beobachteten Erholung innerhalb nur weniger Wochen wieder ausradieren. Aus heutiger Sicht entspräche das einem um gut 10 Prozent tieferen SMI.

Findet der Aktienindex dennoch über den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei 10'076 Punkten zurück, würde der erwartete Rückschlag wohl vereitelt. Das lässt der Charttechnikexperte bei Kepler Cheuvreux zumindest durchblicken.

Beeindruckender Leistungsausweis

Dass der SMI schon bald an seine Rekorde von Ende Februar bei 11'270 Zählern anknüpfen kann, wird bei Kepler Cheuvreux jedoch für ziemlich unwahrscheinlich gehalten. Seines Erachtens hat die langjährige Aktienhausse damals ihren Höhepunkt durchschritten. Jegliches Aufbäumen findet deshalb bloss in einer nach unten gerichteten Entwicklung statt.

Der Leistungsausweis des besagten Experten kann sich jedenfalls sehen lassen. Er sah beim SMI nicht nur das Zwischenhoch vom Januar 2018 bei 9600 Punkten, sondern auch jenes von diesem Februar bei 11'270 Punkten richtig voraus. Ob ihm das auch mit dem prognostizierten Rücksetzer gelingt, werden die nächsten Wochen zeigen.