CharttechnikUnter 8800 Punkten wird es beim SMI ungemütlich

Der Swiss Market Index droht nach einer mehrmonatigen Seitwärtsbewegung unter eine wichtige Kursmarke zu fallen. Charttechnik-Spezialisten sind alarmiert.
29.08.2017 08:31
Von Lorenz Burkhalter
Schweizer Anleger müssen sich vorerst auf unruhige Zeiten einstellen.
Schweizer Anleger müssen sich vorerst auf unruhige Zeiten einstellen.
Bild: cash

Seit nahezu vier Monaten bewegt sich der Swiss Market Index (SMI) in einem engen Kursband von plus/minus 200 Punkten rund um die als wichtig geltende Marke von 9000 Punkten. Am Dienstag im vorbörslichen Handel fällt das Börsenbarometer nun sogar in unmittelbare Reichweite zum Zwischentief von Mitte Juni bei 8778 Zählern.

Charttechnik-Spezialisten sind alarmiert. Das gilt insbesondere für jene der Genfer Privatbank Pictet & Cie. In einem Kommentar warnen sie vor einer grösseren Abgabewelle, sollte der SMI unter die Schlüsselunterstützung bei 8800 Punkten tauchen. Weitere wichtige charttechnische Unterstützungen machen die Autoren bei 8500 und dann erst wieder bei 8212 Zählern aus.

Wiederaufnahme des Aufwärtstrends unwahrscheinlich

Ähnlich äussert sich der unabhängige Charttechnik-Experte Rolf Bertschi. Seines Erachtens könnte der SMI seine seit November beobachtete Aufwärtsbewegung mit dem Anstieg auf 9200 Punkte von Anfang August sogar abgeschlossen haben, sollten die Unterstützungsmarken bei 8900 und 8860 Zählern verletzt werden. Das Börsenbarometer müsste schon auf 9300 Punkte vorstossen, wolle es den Aufwärtstrend wieder aufnehmen, so schreibt Bertschi.

Seit nunmehr vier Monaten zeigt die Entwicklung beim SMI seitwärts (Quelle: www.cash.ch)

Bei Bertschis ehemaliger Arbeitgeberin, der Credit Suisse, schätzt man die Ausgangslage des SMI hingegen weiterhin neutral ein. Das gilt allerdings nur, solange sich das Börsenbarometer innerhalb des Handelsbandes zwischen 8800 und 9200 Zählern bewegt. Mit Blick gegen unten machen die beiden CS-Analysten Pascal Zingg und Christian Sutter bei 8800, 8725 und 8500 Punkten wichtige Unterstützungsmarken aus.

Immer weniger Banken sind noch zuversichtlich

Zingg und Sutter setzen am Schweizer Aktienmarkt denn auch weiterhin auf die Aktien kleiner Unternehmen, sogenannte Small Caps. Diesem Aktiensegment sagen sie nach einer kurzen Verschnaufpause einen weiteren Kursanstieg sowie eine gegenüber dem breiten Markt überdurchschnittliche Entwicklung nach.

Bis vor wenigen Wochen zeigte sich eine Mehrheit der Charttechnik-Spezialisten noch zuversichtlich für den SMI. Bei Kepler Cheuvreux und Julius Bär traute man dem Börsenbarometer gar einen Angriff auf das bisherige Rekordhoch vom Sommer 2007 bei 9548 Punkten zu. Doch auch bei diesen Banken äusserten sich die Experten zuletzt vorsichtiger. So unterschiedlich die Einschätzungen auch sein mögen, in einem Punkt sind sich die Experten einig: Bei einem Rücksetzer auf unter 8800 Punkten wird es beim SMI ungemütlich.