Der Chef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, sieht die Künstliche Intelligenz (KI) und den Tech-Milliardär Elon Musk als ‌grösste Herausforderungen ⁠für den Konzern. «Ich kann Ihnen sagen, ich stelle den Laden komplett ⁠auf den Kopf mit KI», sagte Höttges am Montagabend vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf (WPV). «Wir ‌haben über 500 Projekte allein in ‌Europa über KI am Laufen.» 

Ausserdem sieht Höttges durchaus die Möglichkeit, dass Musk in den Mobilfunkmarkt einsteigen könnte. Probleme bei der Geldbeschaffung habe Musk nach seiner Einschätzung nicht. «Er kriegt die Finanzierung von ‌jedem Investor, weil jeder sagt, der geht über Wasser.» Die «Washington Post» hatte berichtet, Musks Raumfahrtkonzern SpaceX wolle die Mobilfunktochter Boost des Satellitenbetreibers EchoStar ​übernehmen oder deren Funknetz nutzen.

Die Nachricht, dass der Tesla-Chef ​Interesse am Mobilfunkgeschäft haben könnte, hatte ​die Aktien der US-Mobilfunkanbieter Verizon, AT&T und auch der Telekom-Tochter T-Mobile US belastet. «Es wird ‌immer wieder gemunkelt, dass er Verizon übernehmen würde», sagte Höttges. Er verwies darauf, dass das eigene, börsennotierte Geschäft in den USA ebenfalls ein ​Übernahmekandidat ​sein könne. «Ich könnte mir vorstellen, ⁠dass er in seiner Vorstellung den Anspruch ​hat, eine globale Kommunikationsplattform ⁠zu bauen.»

Nicht kommentieren wollte Höttges einen Medienbericht, wonach die Deutsche ‌Telekom eine mögliche Fusion mit der Tochter T-Mobile US vorerst auf Eis gelegt habe. «Das ist wieder so ‌eine Spekulation aus der Presse. Das möchte ich nicht ​befeuern, denn die führt momentan immer wieder zu sehr starken Kursschwankungen.»

(Reuters)