Novo Holdings hat gewartet, bis klar ist, «wo die Zölle landen, wo die Inflation steht und sehr wichtig: wo die Zinsen sind», sagt CEO Kasim Kutay in einem Interview. Bei den Zinsen scheint jetzt klar: «Wir sind in den USA in einer Ära von höher für länger.» Novo Holdings investiert in nachhaltige Unternehmungen wie Life Sciences und erneuerbare Energie und verwaltet die Assets der Novo Nordisk Stiftung. 

Eine Welt mit höheren Kreditkosten bringt eigene Herausforderungen. Aber die extreme Volatilität, die die Märkte zu Beginn des Jahres geprägt hat, hat sich gelegt. «Wir sind wieder bei unseren normalen Allokationen», sagt Kutay. «Wir wollten einfach abwarten, bis sich der Staub gelegt hat, und die Richtung einiger Dinge besser einschätzen können. Das können wir jetzt.»

Diese vergleichsweise höhere Stabilität hat Novo Holdings die Tür geöffnet, nach Möglichkeiten in erneuerbaren Energieunternehmen in den USA zu suchen. Das, obwohl die Trump-Regierung eine gegensätzliche Politik verfolgt. Manche nachhaltige Investoren haben deshalb den Rücken zu US-Assets gekehrt. Ein grosser Teil des Interesses von Novo Holdings liegt in den laufenden US-Investitionen in die Infrastruktur für künstliche Intelligenz, sagt Kutay.

Markt mit viel Potenzial

Die USA sind «sehr durstig nach Energie». Das macht den Markt «sehr attraktiv». «Es gibt immer noch volle Chancen auf der erneuerbaren Seite», sagt er. «Es gibt Probleme», fügt Kutay hinzu, «aber die Preise sind viel attraktiver als vorher. Die Bewertungen sind viel attraktiver als vorher.»

Kutay sagt, Novo Holdings musste zu Beginn des Jahres die Investitionen pausieren. «Wir befanden uns im Auge des Sturms mit viel Unsicherheit.»

Die Entscheidung, die Allokationen wieder aufzunehmen, beschränkt sich nicht auf die USA. Novo Holdings ist «sehr optimistisch bezüglich der Aussichten für Europa», sagt er. Er nennt das Talent, die Innovation und die «Robustheit» der Institutionen der Region. Gleichzeitig muss Europa die Zersplitterung angehen, die nach Kutays Worten die Entwicklung des Gemeinsamen Marktes der EU behindert. Tut es das nicht, könnten sich kleinere Gruppierungen innerhalb der EU etablieren.

«Ich denke, was am Ende passieren wird, sind einfach diese Blöcke williger Koalitionen», sagt er. «Man könnte am Ende eine Art Kapitalmarktunion in den Nordics bekommen. Vielleicht schliesst sich die Benelux an, und dann sehen die Leute den Erfolg davon.»
Regulierung und die «kulturelle Mentalität» bedeuten, dass es in Europa zwar viel Kapital gibt, «aber es wird sehr konservativ investiert, sowohl von Einzelpersonen als auch von unseren Versicherungen und unseren Pensionskassen», sagt Kutay.

Kutay sagt, der Investor schaut auch nach Kanada. Der Fonds wird «wahrscheinlich» mehr investieren, während die Regierung von Mark Carney weiterhin Politik entwickelt, die die Wirtschaft stärken soll.

Die Annahme ist, «dass sich die Dinge in der Pipeline entwickeln werden und wir Chancen sehen werden», sagt Kutay.

(Bloomberg/cash)

Bloomberg
BloombergMehr erfahren