Chemiekonzern - BASF sieht «kleines Fragezeichen» hinter Ausblick

BASF-Chef Martin Brudermüller bleibt nach einem guten Jahresstart weiter vorsichtig für 2021.
28.03.2021 10:37
Wassertank am Rheinufer in Ludwigshafen. Das Herz der BASF-Gruppe ist die BASF SE mit ihrem Stammwerk in Ludwigshafen am Rhein.
Wassertank am Rheinufer in Ludwigshafen. Das Herz der BASF-Gruppe ist die BASF SE mit ihrem Stammwerk in Ludwigshafen am Rhein.
Bild: ZVG

Bei einer Entspannung der Corona-Pandemie dürfte im zweiten Halbjahr vor allem das Dienstleistungsgewerbe von einer wirtschaftlichen Erholung profitieren und weniger die Industrie, sagte Martin Brudermülle der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Freitag veröffentlichten Interview.

Bisher sei das Jahr weltweit "gut angelaufen". "Was im Moment passiert: Die Verbraucher kaufen relativ viele Dinge, es wird das Zuhause verschönert, sie kaufen neue Möbel, neue Küchen, sie streichen und kaufen Fitnessgeräte. Das führt natürlich auch zur Nachfrage nach Chemieprodukten."

Für 2021 hat sich BASF bei seinen Zielen wegen der hohen Unsicherheiten angesichts der Pandemie viel Spielraum gelassen. Der Umsatz soll auf 61 bis 64 Milliarden Euro steigen, das wäre ein Plus von bis zu acht Prozent. Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) soll auf 4,1 bis 5,0 Milliarden Euro klettern, ein Zuwachs von 14 bis 39 Prozent im Jahresvergleich.

Umschichtung nach Lockdown erwartet

Brudermüller hatte im Februar gesagt, mit der breiten Spanne berücksichtige BASF das Risiko von erneuten Unterbrechungen der weltweiten Lieferketten sowie die damit verbundenen negativen Folgen für die Weltwirtschaft. Der Konzern sei aber zuversichtlich, ohne solche negativen Auswirkungen ein Ergebnis am oberen Rand der Prognose erzielen zu können.

"Wir sind ja etwas vorsichtig im Ausblick, weil ich schon glaube, wenn die Lockdownphase beendet sein wird, dann werden die Leute ihre Geldausgaben umschichten", sagte Brudermüller nun.

"Investitionen dürften dann wieder mehr in Freizeitaktivitäten fliessen wie Urlaube, Restaurantbesuche und Kultur. Man muss daher davon ausgehen, dass ein Teil der aktuellen Nachfrage vorgezogen war und es ein bisschen schwächer wird in der zweiten Hälfte. Darum haben wir auch ein kleines Fragezeichen hinter unserem Ausblick." 

(Reuters)