Die Verbraucherpreise zogen um 0,9 Prozent im Vergleich ‌zum Vorjahresmonat ⁠an, wie das Statistikamt am Mittwoch in Peking mitteilte. Im August hatte ⁠der Anstieg bei 0,8 Prozent gelegen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf ‌1,0 Prozent gerechnet.

Kraftstoffe verteuerten sich binnen Jahresfrist um ‌16,6 Prozent. Grund dafür sind die ​weltweit stark gestiegenen Ölpreise infolge des Nahost-Kriegs. Dass die Gesamtinflation dennoch nicht stärker gestiegen ist, deutet darauf hin, dass die Haushalte weiterhin vorsichtig bei ihren Ausgaben sind.

Exportstarke Unternehmen haben dagegen bessere Chancen, mehr Geld zu verlangen, weil die Auslandsnachfrage stark ‌bleibt. Ein Indiz dafür sind die unerwartet deutlich gestiegenen Erzeugerpreise, die die Preise ab Werktor messen: Sie wuchsen im September mit 5,0 Prozent überraschend stark und zugleich ​so kräftig wie seit Juni 2022 nicht mehr. Die Daten ​belegen eine ungleichmässige Erholung der chinesischen Wirtschaft, die ​stärker von den Exporten als vom heimischen Konsum getragen wird.

Der Kostendruck auf die Hersteller wird ‌vor allem durch teureres Öl und andere Rohstoffe angetrieben. «Ein Grossteil des Aufwärtsdrucks kam von Lieferunterbrechungen bei Rohstoffen, die durch den Konflikt im Nahen Osten verursacht wurden», sagte Nguyen ​Hoang ​Nam, China-Ökonom bei Capital Economics. Besonders stark ⁠seien die Preise in der Kraftstoffverarbeitung, bei Chemikalien ​und bei Nichteisenmetallen gestiegen. ⁠Die schleppende Nachfrage im Inland begrenzt jedoch die Möglichkeit der Unternehmen, diese höheren ‌Kosten an die Verbraucher weiterzugeben.

Die Regierung in Peking hat eine Reihe von Konjunkturmassnahmen beschlossen, um die Wirtschaft zu stützen. So wurden unter anderem ‌zusätzliche Mittel für die Regionen für Infrastrukturausgaben genehmigt. Ökonomen sehen ​die entscheidende Frage darin, ob die starke Industriekonjunktur allmählich auf den Arbeitsmarkt, das Einkommenswachstum und das Verbrauchervertrauen durchschlagen kann.

(Reuters)