Die Verlängerung der Zollpause im Handelsstreit mit den USA bis zum 10. Januar 2027 hat beiden Seiten nach Angaben der chinesischen Regierung Zeit zur Bewertung der Umsetzung ihrer Vereinbarungen gegeben. Zugleich könne über das weitere Vorgehen zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme beraten werden, teilte das Handelsministerium am Montag in Peking mit. Das Ministerium bestätigte damit die Fristverlängerung, die auf das zweite Treffen von Präsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump in diesem Jahr in der vergangenen Woche in Washington folgte. Dieser Schritt schaffe ein «relativ stabiles und berechenbares politisches Umfeld» für die Zusammenarbeit von Unternehmen und weitere aktive Gespräche.
Im Rahmen eines neu zu gründenden Handelsrates wollen beide Staaten als einen der ersten Schritte über gegenseitige Zollsenkungen für Produkte im Wert von 30 Milliarden Dollar verhandeln. Dies solle die bilateralen Beziehungen stabilisieren und bessere Bedingungen für den Export entsprechender chinesischer Produkte in die USA schaffen. Die Wirtschafts- und Handelsteams beider Seiten werden dem Ministerium zufolge zudem regelmässige Dialoge führen. Dabei soll es um mögliche Investitionschancen und -hürden, eine Verbesserung der politischen Transparenz und Vorhersehbarkeit sowie um die Anliegen von Unternehmen gehen.
Unter dem Dach des Handelsrates soll noch vor Ende 2026 eine landwirtschaftliche Arbeitsgruppe erstmals zusammenkommen, um über gegenseitigen Marktzugang und Regulierungen zu sprechen. Zudem vereinbarten beide Länder, dass China in den Jahren 2027 und 2028 US-Kohle importiert. Dies ergänze den heimischen Markt und sichere zugleich Einnahmen sowie Arbeitsplätze in der US-Kohleindustrie, hiess es. Im Finanzsektor werde China Anträge ausländischer Institute, einschliesslich solcher mit US-Kapital, zur Eröffnung von Niederlassungen prüfen und genehmigen. Darüber hinaus richteten beide Staaten einen Kommunikationskanal für Vorfälle im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) ein und planen bis Ende November einen weiteren Dialog.
(Reuters)

