Chip-Hersteller - AMS legt Wandelanleihe auf - Aktien deutlich im Minus

Der Halbleiterhersteller AMS legt eine Wandelanleihe über insgesamt 350 Mio USD auf. Ein Bezugsrecht für bestehende Aktionäre wurde im Vorhinein ausgeschlossen, was die Aktie am Montag im frühen Handel schwach starten liess. Mit der Wandelanleihe möchte AMS primär den Ausbau der Werke in Singapur finanzieren.
25.09.2017 11:05
AMS, Bild aus der Produktion.
AMS, Bild aus der Produktion.
Bild: ZVG

Bei der Wandelanleihe handelt es sich um ein vorrangiges, unbesichertes Papier mit einer Laufzeit von fünf Jahren, wie das Unternehmen am Montag mitteilt. Der Coupon liegt den Angaben zufolge zwischen 0,625% und 1,125% per annum, und die Wandelprämie zwischen 47,5% und 52,5% über dem Referenzkurs, der dem volumengewichteten Durchschnittskurs der AMS-Aktien zwischen Vermarktungsbeginn und der Preissetzung der Platzierung entspricht.

Die Preissetzung wird voraussichtlich im Verlaufe des heutigen Tages im Anschluss an ein beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren vollzogen, wie es weiter heisst. Die Platzierung der Anleihe kommt laut Analysten der Bank Vontobel nicht überraschend, da AMS bereits vor zwei Wochen den Ausschluss des Bezugsrechts für bestehende Aktionäre angekündigt hatte.

Ausbau in Singapur

Laut Angaben von AMS ist der Nettoerlös der Transkation für "allgemeine Unternehmenszwecke" bestimmt. Wie die ZKB schreibt, dürfte das Unternehmen damit aber primär die Finanzierung des Ausbaus der Heptagon-Werke in Singapur sicherstellen. Ein neuer Reinraum für Mikoroptiksensoren soll dort entstehen, in den letzten Monaten wurden bereits rund 4'000 neue Mitarbeiter eingestellt.

Die Aktien des Sensorenherstellers reagierten auf die Ankündigungen zur Auflage der Wandelanleihe und des Ausschlusses des Bezugsrechts am Vormittag mit deutlichen Abschlägen. Bis um 10.20 Uhr tauchten AMS Inhaber bei hohen Volumen um 5,2% auf 68,90 CHF. Derweil notiert der Gesamtmarkt (SMI) mit 0,01% ganz leicht über dem Schlussstand vom Freitag.

Die Höhe des Abschlags ist in Relation zur Verwässerung des Aktienkapitals durch die Wandelanleihe zu betrachten. Diese wird die Anleger nämlich zur Wandlung in bis zu 4,1% des derzeit ausstehenden Grundkapitals aus dem bestehenden Kapital von AMS berechtigen.

Auf dem Kurs von AMS lastet laut Marktkennern aber nicht nur die Wandelanleihe. Ebenfalls negativ auf den Wert der Anteilsscheine auswirken dürfte sich die schleppende Lancierung der neuen iPhones durch Apple. Der US-Konzern ist einer der wichtigsten Kunden des Halbleiterherstellers. Und erst im Frühling hatte AMS eine Kapazitätserhöhung bei der bestehenden Produktionsstätte für die neue iPhone-Generation angekündigt.

(AWP)