Christoph Caviezel - Mobimo-CEO: «Wir sehen eine Zweiteilung des Immobilienmarktes»

Laut Mobimo-CEO Christoph Caviezel trüben sich Teile des Schweizer Immobilienmarktes ein. Im cash-Interview analysiert er auch die Zinssituation und sagt, ob Mobimo ein Dividendentitel bleibt.
26.09.2018 14:14
Interview: Marc Forster
Christoph Caviezel wird seine Funktion als CEO in nächster Zeit an einen Nachfolger übergeben.
Christoph Caviezel wird seine Funktion als CEO in nächster Zeit an einen Nachfolger übergeben.
Bild: awp

cash.ch: Das Immobilienunternehmen Mobimo besitzt heute ein Portfolio von 2,8 Milliarden Franken und investiert weiter stark im Schweizer Immobilienmarkt. Teilen Sie Befürchtungen, der Markt könnte sich weiter abkühlen?

Christoph Caviezel: Wir sehen eine Zweiteilung des Marktes zwischen Standorten, wo sich die Wirtschaft entwickelt und Arbeitsplätze entstehen, und einem Teil des Marktes, wo es nicht gut läuft. Wir versuchen, dort zu investieren, wo die Lage gut ist. Das sind klar der Raum Zürich und Genf sowie Lausanne und auch die Innerschweiz.

Erwarten Sie weiterhin tiefe Zinsen? Und beschäftigen Sie die Zinsen, beispielsweise bei Entwicklungsliegenschaften?

Bei den Zinsen fährt man fast auf Sicht, eine Prognose ist also kaum möglich. 2018 und 2019 wird noch wenig passieren. Bei der Finanzierung sichern wir uns langfristig ab, mit Laufzeiten von sechs Jahren. Das ist aus unserer Sicht genug zur Abfederung.

Was würde bei steigenden Zinsen passieren?

Die Differenz, also der Yield-Spread zwischen der Nettorendite von Liegenschaften und den Zinsen auf zehnjährigen Bundesobligationen, liegt in unserem Portfolio bei 400 Basispunkten. 200 Basispunkte sind das Minimum. Wir haben also noch einen Puffer. In London folgen, anders als bei uns, die Preise stark der Zinskurve, was zu viel höherer Volatilität führt. Die Schweiz ist da viel stabiler.

Wie optimistisch sind Sie beim Büromarkt?

Wenn wir heute Büroflächen anbieten, dann liegt der Quadratmeterpreis zwischen 200 und 250 Franken. Niveaus um 500 oder gar 550 Franken findet man nicht mehr. Auch die Bewertungen haben sich auf diesen Niveaus eingependelt. Ob der Talboden bei den Preisen erreicht ist, ist schwierig zu sagen.

Kann Mobimo, aktuell das viertgrösste kotierte Schweizer Immobilienunternehmen, die Margen halten?

Ja. Es wäre ein grösseres Problem, wenn wir Büroflächen bei einem höheren Mietzins entwickelt oder eingekauft hätten. Wir werden unseren Portfolio-Mix aus je etwa einem Drittel Wohnobjekten, Büros und Gewerbe beibehalten.

Mobimo gilt als guter Dividendenzahler. Dürfen sich die Aktionäre weiter darauf verlassen?

Wir wollen die Aktionäre nicht enttäuschen und auf dem angestammten Niveau bleiben. Die Aussichten dafür sind gut. Ich gehe davon aus, dass wir die Dividendenpolitik weiterführen.

Das Interview mit Christoph Caviezel wurde am Rande der Small- und Midcap-Konferenz Investora 2018 in Zürich geführt.

 
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