Dort haben sich die Wartezeiten auf mehr als eine Woche verlängert, weil Schiffe wegen des Iran-Kriegs nach alternativen Routen suchen. Die nahezu rekordhohe Summe bei einer Auktion zahlte der Eigentümer der Seaspan Benefactor. Das sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen, die nicht genannt werden konnten, weil die Auktionsdaten nicht öffentlich sind.
Seaspan reagierte am Dienstag nicht auf eine Bitte um Stellungnahme. Für reguläre Passagen durch die Wasserstraße wird üblicherweise über Reservierungen ein Pauschalpreis gezahlt. Die Panamakanalbehörde bietet Kunden jedoch auch ein Auktionsverfahren an, mit dem sie die reguläre Warteschlange umgehen können.
Schiffseigner zahlen Millionen von Dollar für diese Möglichkeit, da der Iran-Krieg für zusätzliche Engpässe am Panamakanal sorgt. Die Wasserstraße verbindet den Atlantik mit dem Pazifik.
Käufer und Verkäufer von Öl, Erdgas, Düngemitteln und Chemikalien suchen vor allem in Asien nach alternativen Routen. Der Verkehr an zwei wichtigen Transitpunkten am Persischen Golf ist stark eingeschränkt: an der Strasse von Hormus und seit jüngerer Zeit auch am Bab al-Mandab. Schiffe der Neopanamax-Klasse ohne reservierte Passage müssen zehn Tage warten.
Dazu gehören Schiffe, die Flüssiggas, verflüssigtes Erdgas, Rohöl und raffinierte Produkte transportieren. Für Fahrten vom Pazifik zum Atlantik ist dies laut Daten von Argus Media die längste Wartezeit seit Mai. Die 4 Millionen Dollar, die für die Seaspan Benefactor am Montag gezahlt wurden, um an den Anfang der Warteschlange zu gelangen, lagen laut einem Bloomberg vorliegenden Dokument mehr als doppelt so hoch wie der Durchschnitt der vorangegangenen sieben Tage.
Das Schiff war Datendiensten zufolge zuletzt in Südkorea, bevor es Kurs auf den Panamakanal nahm. Am Dienstag befand es sich laut von Bloomberg zusammengestellten Schifffahrtsdaten auf der Pazifikseite des Kanals und schien dort auf die Passage in Richtung Norden zu warten. Die Panamakanalbehörde erklärte in einer Mitteilung, dass die Kosten bei Auktionen aufgrund von Veränderungen bei Angebot und Nachfrage im Welthandel gestiegen seien.
Sie bestätigte zudem, dass einige Auktionspreise 1 Million Dollar überschritten haben. Zu der jüngsten Transaktion über 4 Millionen Dollar und dem Schiffseigner wollte sich die Behörde nicht äussern.
Zusätzlich verschärfen wartungsbedingte Ausfälle an den Schleusen den Engpass. Die Arbeiten sollen bis September dauern und betreffen auch Schleusen für Schiffe der Neopanamax-Klasse. Zudem hat der Kanal vor Kurzem den maximal zulässigen Tiefgang in den Neopanamax-Schleusen für die kommenden Wochen reduziert. Grund dafür sind geringere Niederschläge als erwartet infolge des El-Niño-Phänomens.
(Bloomberg/cash)
