Corona-Auswirkungen - Frankreichs Notenbankchef gegen fixes Enddatum für EZB-Krisenhilfen

Frankreichs Notenbankchef François Villeroy de Galhau ist angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie dagegen, sich derzeit auf ein Enddatum für das Krisen-Anleihenkaufprogramm der EZB festzulegen.
16.10.2020 16:30
Villeroy de Galhau ist der Notenbank-Chef von Frankreich.
Villeroy de Galhau ist der Notenbank-Chef von Frankreich.
Bild: Bloomberg

"Wir haben betont, dass wir unsere Massnahmen fortführen werden, bis die Krise vorüber ist", sagte das EZB-Ratsmitglied dem Magazin "Der Spiegel" in einem am Freitag veröffentlichten Interview. "Angesichts der unsicheren Lage wäre es ein Fehler, jetzt schon über ein Enddatum zu entscheiden." Die nächste Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) ist für den 29. Oktober anberaumt.

Krisen-Anleihenkaufprogramm PEPP

Die Währungshüter hatten im Juni ihre Krisen-Anleihenkaufprogramm PEPP um 600 Milliarden Euro auf 1,35 Billionen Euro aufgestockt und die Käufe bis mindestens Ende Juni 2021 verlängert.. Das Programm ist eines der wichtigsten Instrumente der Notenbank im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Virus-Pandemie.

Villeroy de Galhau schloss in dem Interview erneute Stützungsmassnahmen der EZB nicht aus. Die EZB habe bei der jüngsten Ratssitzung beschlossen, eine Linie der ruhigen Hand zu verfolgen, sagte er. "Aber das bedeutet nicht, dass wir die Hände in den Schoss legen. Wenn die einlaufenden Daten stärkere Massnahmen erforderlich machen, haben wir die Mittel und den Willen zu handeln." Die Euro-Staaten forderte er zugleich auf, nach dem Ende der Krise ihren hohen Schuldenstände zurückzuführen.

(Reuters)