Corona-Krise - Komax-Chef rechnet mit Umsatzeinbruch von einem Viertel

Der Einbruch der Autoindustrie schlägt voll auf den Zulieferer Komax durch.
05.06.2020 21:21
Komax Logo.
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Bild: cash

"Es sieht tatsächlich so aus, als müssten wir ein Viertel des Kuchens abschneiden", sagte Konzernchef Matijas Meyer in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der "Finanz und Wirtschaft".

"Wichtig ist für uns jetzt, dass die Automobilhersteller ihre Produktion hochfahren." Viele Autohersteller hätten im Verlauf des Mais begonnen, die Produktion schrittweise wieder zu starten. "Die Frage ist noch, zu welchem Grad der Betrieb wieder läuft und ob die Logistikketten funktionieren. Aber grundsätzlich wird wieder produziert", sagte Meyer.

Wenn die Bestellungen bei Komax wegen Corona um ein Viertel schrumpften, bedeute das auch einen Umsatzrückgang um ein Viertel. Der Gewinn sinke indes überproportional wegen der Fixkosten. "Wir machen daher alles Mögliche, um die Kosten zu senken." Die Kurzarbeit sei dafür ein extrem gutes Mittel. "Sie hilft enorm", sagte der Komax-Chef.

"Jetzt haben fast 100 Prozent der Mitarbeiter in der Schweiz Kurzarbeit. Im Durchschnitt arbeiten sie noch um die 50 Prozent. Gewisse Abteilungen waren für einen Monat sogar zu 100 Prozent auf Kurzarbeit", sagte Meyer. Davon seien vor allem die Abteilungen Entwicklung und Marketing betroffen gewesen.

Keine Entlassungen wegen Corona

In der Produktion hingegen habe man alles unternommen, die Bestellungen auszuführen, die man noch gehabt habe, sagte Meyer: "Auch im April gab es Bestellungen. Die Menge hat uns schon fast überrascht. Wir hatten befürchtet, dass deutlich weniger kommt. Aber die Pandemie trifft ja nicht alle Regionen gleichzeitig. Sie fing in Asien an und zog dann über den Rest der Welt."

Aus Asien kämen bereits wieder Bestellungen. "Aber die Frage ist, ob wir liefern können", sagte Meyer.

Die Kurzarbeit sei auf zwölf Monate befristet. "Ich hoffe natürlich nicht, dass wir das Mittel so lange brauchen." Aufgrund von Corona werde Komax keine Leute entlassen. "Da haben wir alle Mittel, um die Kosten zu senken. Das ist durchhaltbar", sagte der Firmenchef.

In Situationen wie dieser müsse man extrem Sorge tragen zum Cash. "Wir werden aber gut unterstützt von den Banken. Es ist noch nicht alles unter Dach und Fach. Aber wir sind zuversichtlich, dass wir Lösungen finden", sagte Meyer.

(AWP)