Corona-Pandemie - Ertragskraft der Banken im Euro-Raum schrumpft deutlich

Die Ertragsschwäche der grossen Banken im Euro-Raum hat im Zuge der Virus-Pandemie im vergangenen Jahr erheblich zugenommen.
12.04.2021 19:50
Blick über das winterliche Frankfurt zur Zentrale der europäischen Zentralbank.
Blick über das winterliche Frankfurt zur Zentrale der europäischen Zentralbank.
Bild: imago images / Sepp Spiegl

Gestiegene Wertberichtigungen und Rückstellungen, sowie rückläufige operative Ergebnisse liessen die Eigenkapitalrendite (ROE) der Institute im vierten Quartal 2020 auf 1,53 Prozent schrumpfen verglichen mit 5,16 Prozent ein Jahr zuvor. Dies teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag in ihrer jüngsten Bankenstatistik in Frankfurt mit. Die EZB ist seit Herbst 2014 für die Überwachung der Grossbanken im Euro-Raum zuständig. Aktuell überwacht sie 115 Institute, darunter in Deutschland die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Das laufende Jahr wird hart

Vielen Experten zufolge dürfte auch das laufende Jahr für die Branche hart werden. Denn je länger die Pandemie und die Beschränkungen des Wirtschaftslebens anhalten, desto grösser dürften die Löcher werden, die unter anderem steigende Kreditausfälle in die Bankbilanzen reissen. Die EZB-Bankenkontrolleure rufen die Institute schon seit längerem dazu auf, strukturelle Schwächen anzugehen, die hinter der niedrigen Profitabilität und den tiefen Börsenbewertungen liegen. Zudem sollten sich die Geldhäuser angemessen auf eine Zunahme an notleidenden Krediten (NPL) vorbereiten.

Im vergangenen Jahr erzielten die Institute laut EZB-Statistik beim Abbau notleidender Darlehen in ihren Bilanzen allerdings trotz Virus-Krise weitere Forschritte. Die NPL-Quote der faulen Darlehen sank auf 2,63 Prozent im vierten Quartal 2020 verglichen mit 3,22 Prozent ein Jahr zuvor. Noch Ende 2015 hatte die NPL-Quote bei rund sieben Prozent gelegen. Der Bestand an faulen Krediten in den Bilanzen sank binnen Jahresfrist um mehr als zwölf Prozent auf 444 Milliarden Euro im Schlussviertel 2020.

(Reuters)